100 Dinge in 100 Stunden – Eine Entrümpelungschallenge

In einer kleinen Serie kannst Du hier jeden Donnerstag einen Beitrag zum Thema Vereinfachen lesen. Heute geht es um eine kleine Challenge, die ich mir für die nächsten Tage vorgenommen habe.

Vermutlich liegt es daran, dass ich in den letzten Wochen so viel auf Minimalismusblogs unterwegs war und viele interessante und inspirierende Beiträge zu dem Thema gelesen habe. In den letzten Tagen habe ich wirklich Lust bekommen, einmal wieder meine physische Umgebung zu ‚auszumisten‘.

In den letzten Monaten haben mich mein mentales Gerümpel und meine Konsumgewohnheiten stärker beschäftigt als meine Wohnumgebung. Natürlich räume ich auf, doch in den zwei Jahren, in denen wir nun in unserer derzeitigen Wohnung leben, hat sich einiges angesammelt, und ich vermute weiß, dass wir manches davon nicht brauchen. Kleinigkeiten hauptsächlich.

Denen geht es jetzt an den Kragen. Doch wie mache ich das am Besten? Menschen gehen das ja sehr unterschiedlich an – als große Entrümpelungsaktion oder jeden Tag einen Gegenstand. Mit einem großen Müllsack oder der Drei-Kisten-Methode.Je nachdem, was gerade ins Leben passt.

Ich kann mir jetzt gerade – mit Kleinkind, bei schönem Wetter – nicht vorstellen, stundenlang durch unsere Besitzstände zu sortieren. Andererseits mag ich aber auch nicht wochenlang jeden Tag einen Gegenstand suchen, den ich loswerden will. Mir fallen mir immer wieder Ecken auf, denen eine Aufräumaktion wirklich nötig ist, um unsere Wohnung wieder wohnlicher zu machen. Die Garderobe neben der Haustür, meine Schublade für Papiere, einige Schrankfächer, meine Sockenschublade.

Jetzt habe ich Lust auf eine Challenge. Mr Handsome ist über das Wochenende verreist und so habe ich mir eine Herausforderung gesucht, die machbar ist, wenn ich mir Miss Bee allein zu Hause bin – 100 Dinge in 100 Stunden.

Zwischen 20 Uhr am Donnerstag bis 24 Uhr am Montag werde ich 100 Dinge in unserer Wohnung finden und diese spenden, weggeben, zurückgeben, reparieren oder wegschmeißen. In kleinen, übersichtlichen Einheiten. Ich weiss noch nicht, was dabei zum Vorschein kommen wird, wie Gerümpel bei mir im Moment eigentlich aussieht.

Das werde ich Euch nächste Woche berichten.

Wie entrümpelst Du Deine Umgebung? Teile Deine Art und Weise und Tipps in den Kommentaren oder per email an liebevollerleben@gmail.com

P.S. Für die von Euch, die jetzt enttäuscht sind, dass ich nicht innerhalb der nächsten vier Tage meine Besitztümer auf 100 Dinge reduzieren möchte, dem sei gesagt: Vereinfachen ist kein Wettbewerb, und der TED talk von Dave Bruno empfohlen, oder das Interview über Daves 100 things challenge auf Deutsch.

Weiterlesen:
Teil 1: Was ist ein einfaches Leben?
Teil 2: Warum wir kaufen. Eine philosophische Betrachtung.
Teil 3: Warum wir kaufen – die Party im Gehirn.
Teil 4: Warum wir Dinge kaufen, die wir nicht brauchen.
Teil 5: Gelassen Vereinfachen. Minimalismus ohne Stress.

 

 

8 Kommentare

  1. Gute Idee! Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen. Ich machte diesen Frühling die „ein Schrank nach dem anderen“-Methode und denke – obwohl ich nicht gezählt habe – dass auch etwa 100 Dinge ausssortiert wurden, resp. in den Vordergrund gerückt, um endlich mal gebraucht zu werden (geschenkt bekommene Seifen, angefangene Sonnencrèmetuben, vergessenen Lieblingstees,…). Verrückt ist, dass immer noch Millionen von Gegenständen herum liegen…
    lg, Mirjam

    • Bestimmt hast Du mehr als 100 Dinge gefunden. In den Vordergund rücken finde ich auch wichtig. Hier liegen manche Dinge manchmal ewig rum – weil ich sie schonen will, oder vergessen habe. Schade drum.
      Ich glaube gerade mit Kindern hat man 1) mehr Zeug, und 2) das Gefühl, Millionen von Dingen zu haben. Einfach, weil immer irgendwo was rumliegt…

  2. Mich kekst das hier bei mir auch gerade an. Mir geht es wie Dir, irgendwie war ich in den vergangenen Monaten doch mehr mit meinem ökologischen Bewusstsein in Sachen Plastik unterwegs und da ging mir der Ausmistgedanke verschluppt. Ich variiere beim Entrümpeln. Unliebsames Ausmisten (Schubladen) stecke ich in eine Challenge. Ansonsten versuche ich mich in Teilbereichen radikal durchzukämpfen. Klappt mal mehr, mal weniger gut. Ich bin gespannt, was Du berichtest. 🙂 lg

    • Hi Trix – nur Entrümpeln in der physischen Umgebung allein würde mir auch keine bessere Lebensqualität bringen. In anderen Lebensbereich gibt’s ja auch was zu tun. Plastikfrei habe ich gerade erst entdeckt, und werde ich mal ganz gemächlich angehen; in der Küche müsste man da einiges investieren. Das möchte ich wohlüberlegt machen.

      • Gemächlich ist gut, denn das Thema gleicht einem Strudel, in den man hineingezogen wird … und man kommt von einem aufs andere. Ich hatte das Glück, dass ich vieles einfach ausmisten konnte. Und das Sozialkaufhaus war eine gute Lösung zum Ankaufen von z.B. Schüsseln. Ich mag aber auch altes Geschirr. 😀 „Das ist nicht retro – das ist echt!“ lg

        PS. Jetzt aber erst mal weg mit 100 Killefitz-Gedöns-Kleinkruscht! Viel Spaß dabei!!! 🙂

  3. Oh wow, das ist wirklich eine Herausforderung! Ich bin gespannt, was du berichtest, vielleicht kommt mir so eine Challenge auch bei meinem „das geht hier alles nicht schnell genug“-Gefühl entgegen 🙂

    • Vielleicht nicht mehr so beeindruckend, wenn ich jeden Bügel, den ich wieder in die Reinigung zurückgebracht habe, einzeln zähle 😉 Jeden Tag ein Teil zu finden fände ich persönlich viel schwieriger – machst Du das noch, oder hast Du andere Wege gefunden?

      • Ach, aber das endlich mal gemacht zu haben (das mit den Bügeln) ist doch auch schon viel wert! Da darf man die auch mitzählen, finde ich 😉

        Ich bin eiiigentlich noch bei „jeden Tag ein Ding“ dabei, allerdings mache ich gerade sowas wie Sommerpause. Bin derzeit beruflich ziemlich eingespannt und in der restlichen Zeit lieber in der Sonne (die Diskussion hatten wir ja schon), da bleibt wenig Zeit zum Ausmisten. Außerdem habe ich das Gefühl, die gröbsten Baustellen abgebaut zu haben, auch wenn es natürlich immer noch viel ist. Dafür widme ich mich gerade meinen Näh-Reparaturarbeiten und versuche, im Schnitt jeden Tag ein Kleidungsstück zu reparieren (hier hat sich leider auch unglaublich viel angesammelt). Das befreit auch sehr, man hat plötzlich wieder was „Neues“ zum Anziehen und vom Aufwand her könnte ich es fast mitzählen 😉

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