5 saucoole, megaeinfache Nachhaltigkeits-Hacks, die ich früher uncool fand

Nachhaltiger leben ist in vieler Hinsicht echt mühsam. Um verpackungsfrei einzukaufen muss man leere Glasgefäße weite Wege zum Unverpacktladen schleppen – und dann voll wieder zurück. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder besser noch zu Fuß. So wird der Einkauf zum Tagesprojekt. Im März regional und saisonal zu kochen bedeutet vor allem: Möhren, Möhren, Möhren. Flugreisen gehen nicht, Kaffee eigentlich auch nicht. Nachhaltig leben ist anstrengend und ziemlich spaßfrei – oder?

Versteht mich nicht falsch. Ich versuche all das (nur, um an Flugreisen und Kaffee grandios zu scheitern). In den letzten Jahren habe ich aber ein paar Sachen entdeckt, die nachhaltiger als mein business-as-usual sind, UND die das Leben nach einer kleinen Anfangsinvestition, einen Telefonanruf/Internetformular oder einer kurzen Internetrecherche auf ewig einfacher machen. Weltretten sieht anders aus, aber heute geht es um easy wins!

1) Körperpflegeprodukte selber machen

Früher, als ich noch auf Produktversprechen in Werbung oder auf Verpackungen rein fiel, hatte ich ein Badezimmerschränkchen voller verschiedener Wundercremes, Peelings und Lotionen für unterschiedliche Körperteile, intensiv duftende Duschgels, Shampoos und Spülungen und so weiter und so fort. Solche Produkte nehmen Platz weg, laden (aufgebraucht oder ranzig) im Müll und müssen nachgekauft werden. Heute gehe ich in die Küche und mixe aus Zucker und Olivenöl fix ein Peeling, oder nehme einfach ein bisschen Kaffeesatz dazu. Es gibt 1000 Anleitungen im Netz, einfach mal ein Produkt googeln, auf das Du nicht verzichten kannst und ausprobieren. Ich benutze immer noch gekaufte Produkte, doch heute haben wir in unserem Vier-Personen-Haushalt weniger Zeug im Badezimmer als ich damals alleine.

2) Mehrwegbecher mitnehmen

Coffee-to-go im Pappbecher ist heute das ultimative Accessoire für geschäftige Arbeitsbienen und unausgeschlafene Mamablogger. Zugegeben bin ich noch nie ständig mit Kaffee umhergelaufen, schlicht aus Geiz: wenn ich schon vier Euro aufwärts ausgebe, will ich dafür ein Erlebnis (im Café rumsitzen und gucken) und nicht ein zu heißes Getränk aus einer ovalen Öffnung in einem Plastikdeckel schlürfen. Ein bisschen neidisch war ich aber schon, auf die Leute, die zu wichtig sind, um sich zum Kaffee trinken hin zu setzen. Ich fand’s aber auch nicht weiter schlimm, bis mir klar wurde, dass diese Pappbecher eben nicht aus recyclingfähigem Material sind; diese hippen Becher landen also auf dem Müll, und es wird dauern, bis sich das ändert. Jetzt habe ich immer einen Mehrwegbecher dabei (meist mit selbst gebrautem Tee, denn im Grunde müssten wir unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten v.a. über den Kaffee reden, nicht über die Becher).

3) Meatfree Mondays

Früher fand ich die Idee, einen fleischfreien Tag die Woche einzulegen lächerlich. Seid konsequent, werdet Vegetarier und rettet die Welt vor Gewalt, Umweltverschmutzung und der Abholzung des Regenwaldes! Heute esse ich selbst wieder Fleisch, wobei ich da eher auf zwei meaty days im Monat komme. Doch jeder Mensch ist anders, manche Leute essen gern Fleisch – dann kann ein Tag ohne Tierprodukte helfen, ohne eine groß angelegte Verhaltensänderung zu lernen, dass vegetarisch und vegan lecker und einfach sein kann.

4) Gemüsekiste abonnieren

Saisonal einkaufen kann bedeuten, den Saisonkalender vor jedem Einkauf genau zu studieren, und sich dann im Laden mit der Lupe auf die Suche nach dem Herkunftsland jedes Gemüses zu begeben. Oder auch, ein großer Karton mit saisonalem Gemüse wird einmal wöchentlich an die Haustür geliefert. Ich bekomme die frischeste Qualität, ohne auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Ein weiterer Pluspunkt ist weniger Plastik; im Supermarkt ist meine Biogurke eingeschweißt, in der Kiste kommt, vom Salat einmal abgesehen, alles ein einem Karton oder ab und an einer Papiertüte. Wenn das kein Win-Win ist weiß ich auch nicht. Einziges Manko ist, dass ich mir den Inhalt nicht aussuchen kann. Ich lasse mich aber gern überraschen.

5) Menstruationstasse benutzen

Ich kann garnicht glauben, dass ich dieses Wort hier öffentlich schreibe. Noch vor einigen Monaten fand ich das unvorstellbaren, schmutzigen Hippiequatsch. Ich gehe jetzt nicht ins Detail, doch die Vorteile liegen auf der Hand, die ich mir nach der ersten Benutzung an die Stirn geschlagen habe, weil ich eine Menstruationstasse nicht schon vor Jahren ausprobiert habe: einmal gekauft kann sie jahrelang halten. Ich muss nie wieder an Wegwerfprodukte denken, oder mit über das toxic shock Syndrom Sorgen machen. Andere nachhaltige Alternativen zur Monatshygiene hat Maria für Euch getestet.

Und immer daran denken: Das Perfekte ist der Feind des Guten. Das gilt auch für ein nachhaltigeres Leben.

Inspiriert zu diesem Beitrag hat mich die Blogparade #byebyeschweinehund auf dem Blog Der nachhaltige Warenkorb. Unter dem Aufruf sind viele spannende Beiträge verlinkt, schaut mal vorbei.

5 Kommentare

  1. Hallo Daija!

    Ich halte es übrigens ganz ähnlich wie Du – so 2-3 Tage mit Fleisch im Monat reichen mir völlig. Es wird immer weniger und ich finde das ganz gut so.

    Deine Aussage mit dem Kaffee finde ich großartig! Wenn man schon so viel dafür bezahlt, dann will man doch auch mehr haben als mit einem heißen Dinge zwischen den Fingern rum zu laufen.

    Danke fürs Verlinken zu meiner Serie über alternative Monatshygiene!

    lg
    Maria

    • Liebe Maria

      ohne Deine Beiträge hätte es sicher noch länger gebraucht, mich an das Thema heran zu wagen….

      Vielen Dank also dafür
      Daija

  2. Wow. Das passt ja voll zur Instagram Challenge. Ich bin schon sehr gespannt. Super!

    • Ich auch! Instagram ist ja (noch) nicht so mein Ding. Kann aber ja noch werden…

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