Kategorie: Minimalismus

Wird man mit dem Aufräumen nie fertig?

Vor nunmehr zwei Jahren habe ich unsere Wohnung einmal komplett nach der KonMari Methode entrümpelt. Bin ich nun, wie Marie Kondo verspricht, für immer mit dem Aufräumen durch?

Ja, und nein.

Zu keinem Zeitpunkt könnte hier “Schöner Wohnen” vorbei kommen um für ihre nächste Ausgabe Fotos in der gesamten Wohnung schießen. Wir leben als Familie mit zwei kleinen Kindern zusammen, und das sieht man auch. Immer. Ein Platz für alles und alles an seinem Platz, ist die goldene Regel der Ordnung. Der erste Teil funktioniert hier gut, der zweite weniger. Unser Alltag funktioniert nicht so, dass ich jedes Teil sofort nach der Benutzung zurückstelle. Weiterlesen

Chaosfreies Kinderzimmer = chaosfreie Wohnung?

In Großbritannien kann man auch fensterlose Räume als Schlafzimmer vermieten. Wir haben so ein Zimmer. Der Plan war, dass wir das Elternschlafzimmer in diesen düsteren Raum verlegen, sobald Miss Bee alt genug ist, um in einem eigenen Zimmer zu schlafen. Doch schnell stellte sich heraus, dass unser LerchenKind am Besten an einem Ort schläft, an dem sie nicht von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wird. Auch Mittags war es kein Problem für sie, dort einzuschlafen (für mich auch nicht).

Als Spielzimmer eignet sich dieses Zimmer natürlich nicht. Es ist ein Schlafort, in dem Stofftiere, ihre Kleidung, ihre Bücher, und, weil noch Platz ist, einige Bastelmaterialien wohnen. Gespielt wird, wo wir alle zusammen leben: im Wohnzimmer. Weiterlesen

Langfristige Erfolge mit Marie Kondos Magic Cleaning

Marie Kondos Magic Cleaning Methode verspricht, dass man nie wieder aufräumen muss, wenn man einmal nach der Methode ausgemistet hat. Ist unser Heim sechs Monate nach Abschluss meines eigenen Magic Cleanings eine Oase der Ruhe und Ordnung ohne jeglichen Überfluss und voller Dinge, die mich bei ihrem Anblick mit Freude erfüllen?

Ja, und nein.

Alte Gewohnheiten sterben langsam
Wer heute in unserer Wohnung kommt wird nicht vor lauter Sauberkeit umkommen. Auch nach einem gründlichen Ausmisten muss man täglich all jene Dinge wieder an ihren Platz zurückstellen, die man benutzt hat – Wassergläser, Zahnbürste – als auch Dinge entsorgen, die ihren Zweck getan haben – Tomatendosen, Einkaufszettel etc. Auch wenn ich in dieser Hinsicht Fortschritte gemacht habe fällt mir das erstaunlich schwer. Ich bin nicht von Natur aus ordentlich und werde dazu noch oft genug mitten in einer Aufgabe unterbrochen („Huuuungeeer!“ „Mama, ich muss Pipi (…). Nein, du musst mitkommen!“), sodass oft irgendetwas irgendwo liegen bleibt.

Marie Kondo hat keine Kinder und einen wohlerzogenen Partner
Ich jammere auf hohem Niveau – ich habe nur ein Kind, und Miss Bee ist wahrlich keine Sammlerin, aber WAS DIESE KINDER ALLES ANSCHLEPPEN: Papierkram aus dem Kindergarten, Gebasteltes aus Recyclingmaterialien, Plastikgeschirr, -obst, -figuren, Billigstifte und allgemeinen Ramsch, den sie irgendwo geschenkt bekommen. Dazu wachsen sie immerzu aus irgendetwas – Klamotten, Spielsachen, Bücher – raus, was man dann ersetzen muss. Einmal aufgeräumt, immer aufgeräumt ist jedenfalls was Anderes. Heute glaube ich, dass man in einem Haushalt mit Kindern mit einer gewissen Unordnung leben muss. Weiterlesen

Fertig aufgeräumt – und nun?

Die Sequenz der letzten Yogastunde konzentrierte sich auf Variationen von Natarajasana, dem tanzenden Shiva. Während wir unsere Herzen öffneten und schwitzen, erklärte die Yogalehrerin, dass der Tanz Shivas ein Akt der Zerstörung sei. Im Hinduismus gibt es die Idee eines wiederkehrenden Zyklus, in dem die drei Hauptgötter die Welt gestalten. Brahma ist der Schöpfer des Neuen, Vishnu der Bewahrer des Bestehenden und Shiva der Zerstörer oder Wandler. Es sei oft schmerzhaft, das Alte gehen zu lassen, doch ebendiese Zerstörung sei notwendig, damit etwas Neues entstehen kann.

Ausmisten ist zerstören

Während der großen KonMari Aktion sah es in unserer Wohnung manchmal so aus, als ob eine tanzende indischen Gottheit zu Besuch ist. Jetzt ist das Alte ausgeräumt und die Grundordnung vorhanden, die ich vorher vermisst habe. Ich habe in den vergangenen Wochen Vieles losgelassen, was mir nicht mehr dienlich war. Das war oft leicht, weil ich zum Loslassen bereit war, und manchmal schwer. Mit dem Ausmisten bin ich fertig. Und jetzt? Weiterlesen

KonMari im Praxistest – ein Fazit

Manchmal ist die Zeit reif für eine größere, drastische Veränderungen, oder Aktionen. In den vergangenen Wochen habe ich hochmotiviert meiner persönlichen Habseligkeiten angenommen. Nach dem Buch von Marie Kondo Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert habe ich Kleidung, Bücher, Papiere, Kleinkram und Erinnerungsstücke* und Babykleidung aussortiert. Jetzt habe ich fertig. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Was mir an der KonMari Methode gefallen hat

  • Aus den Dingen, die ich besitze, die auszuwählen, die ich behalten möchte, nicht die, die ich loswerden könnte oder sollte. Dieses fundamentale Umschalten der Denkweise war wirklich hilfreich. Wie Tanja in einem Kommentar so schön schrieb: Ich will meine kostbare Lebenszeit nicht damit verbringen, Sachen zu tragen, die ich nicht mag. Weiterlesen

Kleinkram und die Selbsterkenntnis

„Reduce until something clicks“ – Marie Kondo

Komono – unter dem Begriff fasst Marie Kondo den Kleinkram zusammen, der sich in einem Haushalt findet – DVDs/CDs, Makeup, Accessoires, Wertgegenstände, elektronische Geräte, Haushaltsgegenstände, Vorräte, Hobbykram, usw. Im ersten Entwurf dieses Blogposts habe ich detailliert aufgelistet, wie ich die einzelnen Kleinkramkategorien anging. Das war ziemlich langatmig und begann, zwanghaft zu klingen. Dann dachte ich – Ihr wollt weder wissen, dass ich keine CDs hatte, noch, dass ich meinen Modeschmuck sowieso nie getragen habe.

Um es kürzer zu machen – mein Fazit:
Diese Kategorie lädt zum Schummeln ein. Schummeln sich rechen – schliesslich wird sich Marie Kondos Versprechen, man müsse nie wieder aufräumen, nur einlösen, wenn man sich genau an ihre Regeln hält. Weiterlesen

Die Tyrannei ungelesener Bücher

Bücher wegschmeißen? Das kann Marie Kondo nicht ernst meinen. Doch nach der Kleidung geht es den Büchern an den Kragen. Weiter also im Selbstversuch.

Ich liebe Bücher. Meine Teenagerjahre habe ich hauptsächlich lesend verbracht, die mich aus der öden, nebeligen Norddeutschen Provinz in ferne Welten transportierten. Bücher brachten neue Gedanken und andere Lebensperspektiven entgegen der dörfliche Engstirnigkeit.
Mich interessieren viele Themen, und Bücher helfen mir zu lernen. Im Bett ein Buch zu lesen ist für mich die ultimative Entspannung.
Oder eher: war.
Heute lese ich hauptsächlich „Ich bin die kleine Katze“ und die vier Bücher aus der Bunny & Bee Reihe. Ich selbst schaffe vielleicht 2 (Erwachsenen)Bücher im Monat – in guten Monaten.

Ungelesene Bücher sind meine physische To Do Liste
Aber können Bücher wirklich Gerümpel sein? Weiterlesen