Kategorie: Mutterschaft

Rabenmutter – oder einfach nur Mensch und Mutter?

Die Idee dahinter ist gut: Wir schreiben über das, was mit den Kindern nicht so läuft, wie wir oder die Kinder oder “die Gesellschaft” sich das vorstellen. Wer Rabenmutter ist, kann sich nun anonym (naja, bloggend) als solche outen, und darüber schreiben, was sie mit den lieben Kleinen alles verbockt.

Ist (ironische) Selbstbeschimpfung was Gutes?

Birgit, die die Blogparade ins Leben gerufen hat, schreibt auf ihrem Blog Muttis Nähkästchen häufiger mal darüber, was nicht rund läuft. Das gefällt mir. Ich finde, wir sollten das alle viel häufiger tun. Und ihr Beitrag hat ein Augenzwinkern. Trotzdem bereitet mir der Begriff Bauchschmerzen. Und ich möchte mich, trotz aller meiner “Fehler” nicht als Rabenmutter bezeichnen. Weiterlesen

Zu Hause bleiben? Ja!

“I thought you are doing an amazing job”, sagt meine Vorgesetzte, als ich ihr meine Kündigung gebe. Sie ist überrascht, fand sie doch, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe. Gleichzeitig ist sie verständnisvoll. Ihre Schwester ist vor wenigen Monaten an Krebs gestorben; sie kann nachvollziehen, dass sich meine Prioritäten durch die Krankheit verändert haben. Unter geht in dem Gespräch, dass ich auch und vor allem kündige, weil ich mittelfristig keine Aufstiegsmöglichkeiten in meinem Job sehe.

Ihr schriebt mir, dass ich die Antwort auf meine Frage, Zu Hause bleiben – ja oder nein?, schon wüsste. Letztlich kam die Klarheit durch das Schreiben, und dies öffentlich zu tun erhöhte den Druck, auch zu handeln. Seit Wochen quälten mich diese Überlegungen, weil ich aus vielen guten Gründen weiter arbeiten wollte. Weiterlesen

Zu Hause bleiben – ja oder nein?

“Das mache ich normalerweise nicht” sagt S.. Ich sehe sie fragend an, verstehe nicht, was sie meint. Miss Bee drängt seit Tagen darauf, mit der Nanny zu sprechen. “S. bleibt nicht bei Little M, wenn sie einschläft, Mama. Sie geht nicht hin, wenn Little M weint.” Ein grosses Herz hat meine Kleine, mit ihren 4 1/2 Jahren. Sie weiß auch genau, dass ich nichts davon halte, Kinder alleine weinen zu lassen. “Normalerweise schaukele ich Kinder nicht in den Schlaf. Aber ich halte Little M, weil ich weiß, dass du es so willst. Gestern hat sie garnicht geschlafen. Miss Bee erzählt nur die halbe Geschichte.”, sagt S.

Wieder ein Gespräch zwischen Tür und Angel. Ein Blick auf die Küchenuhr, ich muss los. Ein weiterer Blick zu Little M, tränenüberströmt, sie beginnt immer zu weinen, wenn S. zur Tür herein kommt. Weiterlesen

Die perfekte Instagram-Frau und ich

In London gibt es einige der teuersten Werbeflächen der Welt. Bis vor Kurzem bin ich dem Weg zur Bushaltestelle und zum Supermarkt an Bildschirmen vorbei gekommen, die sich für £2500 pro Quadratmeter am Tag mieten lassen*. Sie zeigen in der Regel schnelle Autos und makellos schöne Menschen.

Diese Bilder verstärken unsere Tendenz, mit dem zu ringen, wie wir wirklich sind. Es gibt eine Flut an Bildern, die uns zeigen, wie wir sein könnten, wenn wir uns nur genug Mühe gäben. Sehen wir solche Bilder in Hochglanzmagazinen oder auf Werbetafeln wissen wir, dass dahinter eine Horde Make-up Artisten, Stylisten, professionelle Fotografen und teure Bildbearbeitungssoftware steckt. Wir wissen, dass die Macher Geld verdienen wollen, in dem sie uns ein Produkt verkaufen, dass uns Glück verspricht, und das dieses Glücksversprechen nicht einhält.

Instagram – Spontane Schnappschüsse oder gekonnte Inszenierungen?

Instagram dagegen verspricht spontane Schnappschüsse von Menschen wie Dir und mir. Wie viel Arbeit und Inszenierung in diesen „Schnappschüssen“ steckt sehen wir nicht. Weiterlesen

Die Mutterglück-Lüge von Sarah Fischer {Buchbesprechung}

Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich für eine Mutter alles – nicht zum Guten, argumentiert Sarah Fischer in Die Mutterglück-Lüge: Regretting Motherhood – Warum ich lieber Vater geworden wäre. Mutter werden bedeutet in ihren Augen hauptsächlich Verzicht. Leider bemerkt sie das erst, nachdem sie mit knapp 40 ihre Tochter bekommt.

Warnende Stimmen gab es vor der Geburt genug. Sarah Fischer liebt ihr Leben, ihren Partner und ihren Job als freiberufliche Vortragsreferentin. Auf zahlreichen Reisen beobachtete sie, dass Frauen in vielen Ländern quasi bei der Feldarbeit ihr Kind bekommen und dann damit weiter machen als wäre nichts passiert (nach zwei unkomplizierten Geburten bezweifele ich das ja). So ähnlich stellt sie sich das Kinderhaben auch vor. Und nur, weil ein Baby bei anderen das Leben auf den Kopf stellt, muss es bei ihr noch lange nicht so sein.

Können Mütter ein eigenes Leben haben?

So versucht Sarah Fischer, ihr Leben nach der Geburt ihrer Tochter Emma so weiter zu leben wie bisher. Weiterlesen

Wenn Mütter bereuen. Buchbesprechung Regretting Motherhood von Orna Donath

„RegrettingMotherhood – Wenn Mütter bereuen“ – Im vergangenen Jahr gab es unter diesem Schlagwort um eine Studie von Orna Donath eine rege Debatte um Reue in der Mutterschaft. Jetzt ist die Studie auf deutsch erschienen und in den Medien, auf social media und auf Blogs beginnt die Diskussion um das Tabuthema erneut.

Eine explorative Studie über ein verbotenes Gefühl

In Regretting Motherhood: Wenn Mütter bereuen fasst die israelischen Soziologin Orna Donath die Ergebnisse einer explorativen Studie zusammen, in der sie 23 Frauen zwischen 26 und 73 Jahren befragte, die es bereuen, Mutter geworden zu sein. Weiterlesen

Mutterschaft ist anstrengend – aber sollen wir darüber schreiben?

Mutterschaft ist anstrengend. Viele Mütter schreiben mittlerweile darüber, auch wenn es bei nur wenigen der Hauptschwerpunkt ihres Blogs ist. Immer, wenn ich über die Mühen des Alltags mit Kind schreiben will, beginne ich den Beitrag mit einer Litanei an Rechtfertigungen, warum auch ich als Mutter eines unkomplizierten, fröhlichen, gesunden Kindes das Leben erschöpfend finde. Wenn ich alle Rahmenbedingungen (keine Verwandten, viele Informationen über „Erziehungsoptionen“, aber wenige Vorbilder im richtigen Leben, Teilzeit arbeitend, hektisches Großstadtleben, alt, perfektionistisch, introvertiert, etc) ausgeführt und mich ausgiebig gerechtfertigt habe ist der Beitrag in der Regel 1500 Wörter lang. Den eigentlichen Punkt, der mich belastet, habe ich noch nicht einmal beschrieben. Selbst ich weiß, das so lange Blogposts niemand liest. Würde ich ja auch nicht. Die dunklen Seiten vertraue ich also meinem Tagebuch an.

Mein Leben bekommt also eine gute Portion Zuckerguss bevor es hier auf dem Blog landet. Weiterlesen