Kategorie: Muttersein

Little M ist 1!

Mehr als ein Jahr ist es her, dass die kleine M zu uns kam. Es war ein bewegtes Jahr für uns, kein einfacher, in vieler Hinsicht aber auch ein Schönes. Nicht viel von dem was wir erlebt und ich gedacht habe, hat es auf den Blog geschafft. Die Entwicklungen auf der Welt – Flüchtlingsströme, Brexit, Trump – machen mich sprachlos.

Auch wenn uns diese Dinge direkt betreffen (brauchen wir bald Visa? Lassen wir die Mädchen in Großbritannien einbürgern? Gibt es Großbritannien nächste Jahr überhaupt noch? Weiterlesen

artgerecht – Steinzeitbabys bedürfnisorientiert begleiten (Rezension)

In artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen geht Nicola Schmidt der Frage nach, wie Babys ticken, und wie wir sie möglichst bedürfnisorientiert in die Welt begleiten können. Babys, argumentiert sie, haben seit der Steinzeit die immer gleichen Bedürfnisse: Nähe, Schutz, Getragensein, essen dürfen, wenn sie hungrig sind, und schlafen dürfen, wenn sie müde sind. Unsere Steinzeitbabys können wir liebevoll an unser Internetzeitalter heranführen. Das müssen wir nicht allein tun. Anders als viele andere Ratgeber verweist sie auf die Rolle des “Clans”, also einer Gemeinschaft von Personen, mit denen Kinder gemeinsam aufwachsen. Das sprichwörtliche Dorf, das wir uns heute meist selbst schaffen müssen.

Mehr Gelassenheit und eine kritischere Haltung

Nicola Schmidt behandelt in dem Buch alle wichtigen Themen, die werdende und frisch gebackene Eltern interessieren. Weiterlesen

Zwei Mal richtig Glück gehabt – Dankbare Gedanken zur Geburt

„Deine Geburt war selbstverständlich. Auf einmal warst Du eben da. Dein Bruder hatte die Nabelschnur um den Hals, sein Gesicht war blau, als er auf die Welt kam. Glück gehabt, dachten wir. als einige Jahre A. auf die Welt kam, waren wir dankbar: Drei gesunde Kinder.“ – Mein Vater

Im vergangenen Jahr verloren zwei meiner Freundinnen ihre Babys. Eine gebar ein Sternenkind, die Andere verlor kurz ihre Tochter kurz nach ihrem ersten Geburtstag. Leben, auch Kinderleben, ist alles andere als selbstverständlich.

Vor der Geburt von Little M hatte ich Angst vor zwei Dingen. Einmal davor, dass die Geburt so schnell voranschreitet, dass wir keine Zeit hätten, Miss Bee rechtzeitig von Freunden abholen zu lassen, oder dass sie, einmal dort, große Sehnsucht nach uns hätte und ihren Gastgebern das Leben zur Hölle macht, weil sie die unbekannte Situation überfordert. Zum Anderen hatte ich Angst, dass Little M auf ihrem Weg in die Welt etwas passieren könnte.

Beide Bedenken bewahrheiteten sich nicht. Meine Fruchtblase platzte mitten in der Nacht, doch Wehen stellten sich nicht ein. Viele Stunden vergangen, bevor ich meine Freundin bat, Miss Bee abzuholen. Mehr Ruhe und ein Spaziergang würden helfen, so hoffte ich. Trotz der unterstützenden Worte der Hebammen verunsicherte mich der unvermutete Geburtsverlauf. In Kombination mit den traurigen Erfahrungen des letzten Jahres geriet ich ausreichend in Panik.

Auch ohne Wehen machten Mr Handsome und ich uns am frühen Abend auf den Weg ins Geburtshaus. Im Taxi denke ich an all die Geburtsgeschichten, die Social Media anspülte, schöne Geschichten und Bilder von selbstbestimmten Geburten. Unassistierte Hausgeburten, ohne Hebamme. Das geht ja alles, schließlich sind Geburten etwas ganz Natürliches. So natürlich, dass viele Frauen auch heute noch daran sterben.

Ich denke darüber nach, wieviel Glück ich habe, den Geburtsort wählen zu können, unter mehreren Möglichkeiten, die alle sicher sind. Während ich mich zu Hause verängstigt fühle, ist das Geburtshaus ist ein Ort der Sicherheit. Ein Kompromiss: dank moderner Technik können erfahrene Hebammen die Herztöne des Kindes abhören, die Wehen manuell einleiten, zur Not einen Dammschnitt machen, wie damals, als Miss Bee im Mutterleib in Stress geriet, oder mich ins Krankenhaus überweisen. Ich fühle mich in guten Händen. Jetzt, erst jetzt, als die Hebamme nachhilft, setzen die Wehen ein.

Zwei Stunden im warmen Wasser und viele gute Worte und Ermutigungen seitens der Hebammen später, halte ich Little M zum ersten Mal in den Armen. Ein magischer Moment, in dem ich unendlich dankbar bin, zwei gesunde Töchter zu haben.

Im Jahr 2013 starben in Deutschland 29 Frauen nach den oben genannten Kriterien im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, das sind rund 4 Frauen je 100.000 Lebendgeborene. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der vergleichbare Wert noch bei 300 bis 350, er stieg dann bis 1929 sogar auf rund 550 gestorbene Mütter je 100.000 Lebendgeborene. Heute gehört Deutschland weltweit zu den Ländern mit der geringsten Müttersterblichkeit. (Quelle: Institut für Bevölkerungsforschung) Weltweit sieht es düsterer aus.. Für Säuglinge genauso.

Little M ist da

Fast eine Woche nach dem errechneten Termin machte sich Little M auf den Weg in unsere Welt. Seit Sonntag geniessen wir das Wochenbett mit der Kleinen. Wir sind wohl auf, aber wundert Euch nicht, wenn es auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, denn einhändig tippen ist noch nicht meine Stärke 😉

Herzliche Grüße
Daija

Familie gestalten – ein Giveaway für Mütter

Es ist einfach, auf Autopilot geschaltet durch die Tage zu hetzen. Vor Weihnachten, in den letzten Wochen vor meiner Elternzeit, schielte ich oft mit einem Auge auf die To Do Liste, während ich das andere auf den Duploturm richtete und so tat, als spielte ich mit Miss Bee. Doch, Ihr kennt das sicher auch, wer zwei Dinge auf einmal tut, macht keines von ganzem Herzen. Das Gegenteil eines achtsamen Lebens.

Raus aus dem Autopilot dank Selbstcoaching
Manchmal ist frau zur richtigen Zeit am richtigen (virtuellen) Ort und so wurde ich Anfang Dezember Testerin von Sonjas zweiten E-Kurs „Familie gestalten“. Sonja ist Dipl. Pädagogin und Coach und schreibt auf dem wertvoll Blog über Selbstcoaching, Familienleben und die schönen Dinge des Alltags. Der Kurs richtet sich an Frauen, die ihre Rolle als Mutter erkunden und ihren Familienalltag bewusst gestalten wollen. Also genau das Richtige, um aus dem Autopilot-Modus raus zu kommen. Weiterlesen

Nestbau

Meine zweite Schwangerschaft verlief so nebensächlich, dass ich zwischenzeitlich Bedenken hatte, das Baby würde irgendwann aus mir herausfallen, ohne das wir im Geringsten darauf vorbereitet wären. Während ich in den neun Monaten vor Miss Bees Ankunft Newsletter und Bücher las, was das Zeug hielt, atmen uebte, auf dem mp3 player nichts als Hypnobirthing abspielte und fast schon religiös zum Schwangerenyoga ging, ist Baby Nummer 2 schon jetzt ein typisches kleines Geschwisterchen, dem weit weniger Aufmerksamkeit zuteil wird.

Der Natur sei Dank setzte Ende Dezember der Nestbautrieb ein. Nun ist die Babykleidung gewaschen, entsprechende Wintersachen ergänzt, und alles Wichtige für das Wochenbett besorgt. Mein Januar steht unter dem Motto Nestbau – und, stärker als beim ersten Mal bin ich mir bewusst, das Nestbau nicht nur im Äußeren stattfindet. Weiterlesen

Smile, breathe and hug slowly

Sobald ich mich umdrehe, füllt Miss Bee Erde aus frisch besäten Töpfen in ihre Sandkiste um, trägt Fingerfarbe auf die Füße auf und läuft über den hellen Teppich unserer Mietwohnung, beißt die Spitze ihrer Filzstifte ab und schluckt sie runter, will sich weder kämmen noch die Zähne putzen oder das Gesicht waschen lassen, geschweige denn etwas anziehen, sodass wir die Wohnung verlassen können. Sie möchte immer dann auf den Arm, wenn ich mir vorgenommen habe, Risotto zu kochen, den Kompost umzuschichten, oder zu duschen.

Meine Tochter bringt mich innerhalb von Sekunden zum Lachen, doch in ebenso kurzer Zeit von 0 auf 100. Ob besseren Wissens bringt mich dieses für dreijährige Kinder durchaus normale Verhalten oft zur Weißglut.
Dass aus den oben beschriebenen Situationen grenzwertige werden, schreibe ich mir selbst zu. Oft bin ich innerlich nicht auf das Leben mit einem Kleinkind vorbereitet, insbesondere an den Tagen, an denen ich meinem Job nachgehe; die Umgebung ist nicht aufgeräumt (oder zu aufgeräumt, sodass mich jede Kleinigkeit auf dem Boden stört); ich bin mit meinen Gedanken – oder Händen – woanders; ich habe nicht genug Zeit eingeplant. Das weiß ich alles, doch im schlechtesten Fall werde ich gleich laut, wenn irgendetwas nicht nach meinem Plan läuft, sie fängt an zu weinen, ich fühle mich schuldig, sie schreit. Die Haare werden unter Protest gekämmt, die Finderfarben sofort beschlagnahmt, ich bin gestresst, die Kleine in Tränen aufgelöst. Weiterlesen