Mutterschaft ist anstrengend – aber sollen wir darüber schreiben?

Mutterschaft ist anstrengend. Viele Mütter schreiben mittlerweile darüber, auch wenn es bei nur wenigen der Hauptschwerpunkt ihres Blogs ist. Immer, wenn ich über die Mühen des Alltags mit Kind schreiben will, beginne ich den Beitrag mit einer Litanei an Rechtfertigungen, warum auch ich als Mutter eines unkomplizierten, fröhlichen, gesunden Kindes das Leben erschöpfend finde. Wenn ich alle Rahmenbedingungen (keine Verwandten, viele Informationen über „Erziehungsoptionen“, aber wenige Vorbilder im richtigen Leben, Teilzeit arbeitend, hektisches Großstadtleben, alt, perfektionistisch, introvertiert, etc) ausgeführt und mich ausgiebig gerechtfertigt habe ist der Beitrag in der Regel 1500 Wörter lang. Den eigentlichen Punkt, der mich belastet, habe ich noch nicht einmal beschrieben. Selbst ich weiß, das so lange Blogposts niemand liest. Würde ich ja auch nicht. Die dunklen Seiten vertraue ich also meinem Tagebuch an.

Mein Leben bekommt also eine gute Portion Zuckerguss bevor es hier auf dem Blog landet. Klar, normal, machen alle so. Doch ich lese bei anderen manchmal gern, dass sie das Muttersein bzw die Begleiterscheinungen blöd finden. Nicht in dem Sinne, dass mich ihr Leid glücklich macht, sondern in dem, dass ich mit meinen eigenen negativen Gefühle gegenüber dem Muttersein nicht allein bin. Das normalisiert sie ein Stück weit.

Geteiltes Leid ist halbes Leid – oder?

Das Ding ist: Wenn die Mütter diese Gefühle nicht als totale Ausnahme oder kleinste Nebenerscheinung beschreiben, oder zumindest eine kompetente Lösung anbieten, bekommen sie in den Blogkommentaren eins auf Dach:

  • Muttersein anstrengend? Bei mir nicht.
  • Muttersein anstrengend? Das will ich nicht lessen.
  • Muttersein anstrengend? Wenn du keine Lösung hast, hilfst du mit deinem Blog niemanden.
  • Muttersein anstrengend? Schau mal, was ich alles wuppe, und ich beschwere mich auch nicht.

Mich graust davor, hier auf dem Blog mein Herz auszuschütten, nur um folgenden typischen Kommentar zu lesen: „Also, ich habe zwölfundzwanzig Kinder, denen ich trotz Vollzeitjob Klavier, Klarinette und Karate selbst beibringe, und ich finde Muttersein nie anstrengend. Ich habe auch kaum Unterstützung durch Verwandte, aber wenn eines der Kinder krank ist, gehe ich selbstverständlich in den Hof, schlachte ein Huhn und koche biologisch-dynamische Brühe daraus. Kinder darf man nicht anschreien, und ich mache auch ansonsten alles richtig, denn sonst hätte ich eigene Probleme und keine Zeit, hier auf dem Blog zu kommentieren.“ So in etwa.

Unterstützung oder Zuckerguss?

Verstehe ich ja alles. Ich schaue mir selbst auch lieber schöne Bilder von selbst gebastelten Wichteln, hübsch arrangiertem Bio-Brokkoli, leckerem Kakao und süßen Kinderoutfits an, als die schlechten Launen anderer zu ertragen. Meistens. Auch, wenn Mama-Sein in der Realität manchmal mehr mit Letzterem zu tun hat.

Die meisten Kommentare sind wohlwollend und unterstützend, aber ich bin eigentlich zu sensibel um „Mama-Bloggerin“ zu sein, und nur einer würde mich davon abhalten, je wieder die dunklen Seiten zu teilen. Deswegen schrieb ich in den langen Monaten der allnächtlichen Dramen über unser Abendritual, sondern erst, als der Groschen gefallen war. Vielleicht ist das gar nicht so gut. Vielleicht hätte ich mein Leid (hier) teilen sollen, und Unterstützung gefunden, die es zwischen Müttern auch oft gibt. Weiß nicht.

Gibt es eine Balance zwischen dem Mutterleben, dass wir mit Zuckerguss servieren, und dem, was manche von uns zumindest zeitweise als mühsam empfinden? Was meint ihr – dürfen/sollen wir über negative Gefühle schreiben? Auch wenn wir noch keine Lösung dafür haben? Hilft das jemandem? Geht das nur auf feministischen Blogs? Oder sind diese Gedanken in Foren und Tagebüchern besser aufgehoben als auf Blogs?

17 Kommentare

  1. Liebe Daija, ich kann deine Überlegungen zu den Schattenseiten des Mutterseins voll gut nachvollziehen – denn als ehem. Alleinerzieherin und über 8 Jahre Leiterin einer Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende ist mir der ganze Wust an Ansprüchen & Druck auf Mütter volle Breitseite untergekommen. Damals, mit Kleinkindern, haben meine Freundinnen und ich Katja Leyrer’s „rabenmutter NA UND? Essays nd Interviews“ super inspirierend und entlastend empfunden. Wir haben uns unsere private Insel der Ehrlichkeit gebaut – und die gehässigen „Supermütter“ elegant umschifft. Um die Belastung erst einmal VERSTEHEN zu können, empfehle ich Barbara Sichtermann’s „Vorsicht Kind. Eine Arbeitsplatzbeschreibung für Mütter, Väter und andere“; das Buch hat mir die Augen geöffnet, weil es mit wissenschaftlicher Beobachtung den Alltag mit Kleinkind analysiert und verstehen lässt. Als „erste Hilfe“ ist Phyllis Theroux: „Meine Kinder tun es auch. Gutenachtgeschichten für Eltern“ – TOP. Die hat HUMOR und LIEBE – und steht mit beiden Beinen im Leben. Bevor ich hier viel daherrede, empfehl ich dir lieber gleich diese Bücher. Denn: der Feminismus leidet leider an chronischem Vergessen-gemacht-werden – während Ratgeber den geplagten Frauen in Honig gepackte RAT-SCHLÄGE verpassen dürfen. Liebe Grüße! Sylvia PS: Ich mag deine Blog-Beiträge wirklich SEHR, weil du so praxisnah schreibst. Das KonDo-Buch hab ich mir auch grad bestellt 😉

    • Liebe Sylvia,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und das tolle Lob! Natürlich die Buchempfehlungen. Besonders Barbara Sichtermann klingt sehr spannend für mich. Oft denke ich zwar, dass ich die Ansprüche und den Druck ganz gut „verstehe“, aber dadurch lost sich Beides nicht in Luft auf.
      Lieben Gruß
      Daija

      • Was mir so besonders toll gefallen hat, ist, dass sie die beiden ROLLEN als Mutter auseinander dividiert, nämlich die „Hausfrau“, deren Job es ist, eine ordentliche und sauber aufgeräumte Wohnung und gesundes Essen etc. bereitzustellen – und die „Pädagogin“, die sich am Experimentieren der Kleinen freut („oh, sie macht gerade eine sinnliche Erfahrung mit ihrem Essen, den Fingerfarben etc.! Lernt also wichtiges dazu und bildet neue Gehirnstrukturen aus“).
        Wenn also das Essen zu Boden segelt, sieht die Hausfrau ihren mühsam gewischten Boden entschwinden – und macht sie sich Vorwürfe, weil sie doch weiß, dass es so sein SOLL… Das, was uns also strapaziert, sind verschiedene ANSPRÜCHE an uns selbst, die sich teilweise komplett widersprechen. das hat mir beim Lächeln und mich selbst verstehen geholfen 🙂

  2. Zum Muttersein gehört eben beides. Natürlich gibt es viele, wunderbare Dinge, die man festhalten und teilen will. Aber Kinder haben bedeutet oft auch Stress, Überlastung, das sich-Infragestellen, Druck und alles hinwerfen wollen. Immer wieder merke ich, wenn man sich traut, es anzusprechen, kommt oft auch die erleichterte Reaktion: Bei dir auch? Und bei mir selber stelle ich sie auch immer wieder fest, es tut gut, zu hören/sehen, man ist nicht allein mit diesem Thema/Problem. Gerade am Anfang denkt man doch oft: alle anderen Kinder schlafen durch, alle anderen Kinder hören immer, alle anderen Mütter kriegen das besser gewuppt. Ich habe auch im nahen Umfeld schon Kommentare, wie die von dir erwähnten erlebt, das Vergessen setzt schnell ein. Und das Verklären auch. Wenn jemand behauptet, alles sei immer gut, bin ich sehr skeptisch. Wen jemand nur diese Seiten beschreiben möchte, gut. Aber ich glaube, dass es manchmal gerade gut tut, auch den Ärger, Wut, das Unglücklichsein heraus lassen zu können.
    Und ich glaube, es gibt einige, die es lesen würden.
    LG, Rosa

    • Danke, liebe Rosa.
      Mit engen Freunden kann ich über (manche) dunkle Seite gut reden. Die Wohnungen meiner Freundinnen sehen aber generell nicht aus wie frisch von Pinterest herunter geladen. Die Online-Realität sieht halt anders aus.
      Zum Anderen ist Reden – mit den Menschen, die ich mir ausgewählt habe – was anderes als im Netz öffentlich darüber zu schreiben. Banales Beispiel: Wenn ich vermute, dass es jemand unerhört findet, dass meine Tochter nachts in unser Bett kommt und wir sie nicht rausschmeissen, erzähle ich es im Zweifel nicht. Einmal auf den Blog gestellt kann es jeder lesen und vor allem auch seine/ihre Meinung kundtun. Vielleicht ist zu viel Meinung einfahc nicht mein Ding?
      Du schreibst ja recht offen über Schwierigkeiten – aber Du hast wenigstens zwei Kinder 🙂
      Lieben Gruß
      Daija

  3. Hi,

    ich verstehe dein Dilemma. Ähnliche Gedanken habe ich mir gemacht, als ich anfangen wollte zu bloggen. In Punkto Ehrlichkeit/Schattenseiten gehe ich so weit, wie es sich gerade richtig anfühlt. Deswegen schreibe ich auch anonym.

    Wenn dich nur ein negativer Kommentar unter vielen positiven demotivieren würde und verletzen, dann ist es nicht auf Teufel komm raus der richtige Weg hier über die Schattenseiten zu berichten. Aber vielleicht anonym auf einem anderen Blog, in einem Gastbeitrag, oder einfach auch in anteilnehmenden Kommentaren. Denn damit kann man genauso gut die Realität abbilden und es anderen leichter machen, die an dem Perfektionsanspruch zu zerbrechen drohen.

    Nur weil andere direkter, mutiger oder unverblümter sind, muss das nicht jeder sein. Tu genau das, was sich richtig für dich anfühlt!

    LG

    • Hi MmM,
      ich mag deinen Namen 😉 Anonym schreiben half mir nur bedingt, denn negative Kommentare hätten mich „damals“ genauso getroffen wie heute. Du hast den „wunden Punkt“ also gut getroffen, und einen guten Ausweg vorgeschlagen – Anteil zu nehmen und, wenn die Bloggerinnen die unschönen Kommentare freischalten, für sie in die Bresche zu springen. Danke für die Anregung.
      Lieben Gruß
      Daija

  4. Hallo!

    Muttersein ist anstrengend. Punkt. Eigentlich gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

    Vielleicht aber doch das: Es wird auch nicht besser, wenn sie größer sind. Nur anders.

    Das ist keine Hilfe, wenn jemand kleine Kinder hat und darauf hofft, dass es irgendwann doch besser wird.

    Mutter sein kann man nicht in die Ecke stellen oder im Schrank verstauen. Man kann es auch nicht ausziehen, wenn es einem zu heiß wird. Ich denke, das ist das Hauptproblem, denn frau ist 24/7 Mutter und das das restliche Leben lang.

    Zumindest geht es mir so, ab und zu hätte ich so gerne ein wenig die Verantwortung abgegeben. Hätte mich so gerne wieder wie früher gefühlt. So unbeschwert und leicht. Hätte ich mir gerne nicht ewig den Kopf zerbrochen, ob ich alles richtig mache, ob ich mich richtig verhalte, ob nicht etwas übersehe, ob ich nicht dieses oder jenes auch noch tun hätte sollen oder tun soll oder oder oder.

    Vielleicht ist es doch der Perfektionismus, der es in Wahrheit schwer macht. Jeden Tag 24 Stunden lang eine gute Mutter sein zu wollen.

    lg
    Maria

    PS: Ich habe nur über mich geschrieben, das bedeutet nicht, dass ich denke, dass das bei Dir auch so ist. Es sind die Gedanken über mich als Mutter, die Dein Beitrag bei mir ausgelöst hat.

    • Hi Maria,
      ja, oft ist es diese riesengroße Verantwortung, gepaart mit dem Wunsch, es „richtig“ zu machen, die mich anstrengt. Wenn ich mir Freizeit wünsche, wünsche ich mir eigentlich die „Verantwortungslosigkeit“ zurück, die ich früher hatte, die Unabhängigkeit. Die gibt’s halt nicht mehr, selbst wenn jemand anders mal aufpasst.
      Dass es mit zunehmendem Alter der Kinder einfacher wird, glaube ich nicht. Ich glaube aber, dass bei mir noch ausreichend Entwicklungspotential zu mehr Gelassenheit, auch meinen Fehlern gegenüber, gibt.
      Vielen Dank
      Daija

  5. Liebe Daija,

    der „Muttermythos*“ und die Angst vor Fehlern sind unser derzeitiges Frauen-Los. Warum sich Frauen generell viel verantwortlicher fühlen und unter so viel mehr Schuldgefühlen leiden als Männer – das habe ich erst verstanden, als ich auf die Meta-Ebene gegangen bin und meine Diss über Alleinerzieherinnen und ihren beruflichen Wiedereinstieg geschrieben habe. Dafür habe ich die Lebensgeschichten von Frauen aufgenommen und – mittels qualitativer Sozialforschung – ausgewertet. Seither habe ich Elisabeth Badinter’s Buch* in den Gedanken und Gefühlen gegenwärtiger Frauen wiedergefunden – wie diese Ansprüche und Schuldgefühle mittels Propaganda in die Frauen implementiert wurden, um uns einerseits mit unserer Wichtigkeit für Mann und Kinder Wohlergehen zu ködern – und andererseits für alle Nicht-Erfolge an den Pranger zu stellen. So leben wir in Zusammenhängen, die wir nicht als Gitterstäbe erkennen – und versuchen sie INDIVIDUELL zu lösen. Das zerspragelt (D: zerlegt) uns zusätzlich. Wir brauchen Gemeinschaften, die uns alternativen erleben lassen – und möglichst kluge Ausstiege aus der Konsum- und Geld-Macht (wohin du ja offenbar auch zu wandern begonnen hast – mit deiner Kondo-Ausrichtung). Lies bitte die Theroux – sie ist MEGA-Mutter-Seelennahrung. Ich kann im Schreiben leider keine Umarmung anbieten – freu mich aber über all die feinen Antworten bisher 🙂

    • Liebe Sylvia,
      Die Kommentare sind tatsächlich wahnsinnig hilfreich – sie helfen mir einerseits, zu sehen, dass ich wirklich, auch wenn mir das unter all den schön-schöner-am-schönsten Mami-Blogs manchmal so vorkommt, alles andere als allein bin. Außerdem helfen sie mir klarer zu werden, was ich auf diesem Blog teilen möchte und kann. Liebevoller leben wäre jedenfalls ein bescheuerter Name für einen feministischen Blog. Viel Lesestoff habe ich jetzt auch.
      Ich habe als frisch gebackene Mutter einen kritischen Blogbeitrag auf PhD in Parenting (englisch) über Badinters Buch Der Konflikt: Die Frau und die Mutter gelesen, und fühlte mich damals nicht in der Lage, mich damit auseinander zu setzen. Zum Einen war ich dem Attachment Parenting vollkommen verschrieben, zum Anderen – wenn ich verstehe, was gespielt wird, muss ich doch auf die Barrikaden gehen – oder?
      In jedem Fall vielel Dank für Deine Anregungen. Ich werde sicher noch einmal über das Thema schreiben.

  6. Hallo 🙂

    Hab eigentlich nur so aus Will-noch-nicht-schlafen-gehn herumgeklickt und bin dann wegen dem Blognamen bei dir stehen geblieben 🙂

    Und es hat so gut getan, diesen Beitrag zu lesen. Wenn man nach einem anstrengenden Tag mit den zwei Kids sich nämlich noch perfekte Wohnung-Familienbilder anschaut, baut das nicht gerade auf…wo ich doch seit Wochen die Wand im Kinderzimmer neu dekorieren will, im Flur umstellen, Gardinen kaufen und und (und es wie anscheinend bei allen anderen auch klappt, gleichzeitig alles andere zu schmeißen) …

    Ich schaffe es einfach nicht, meine Erwartungen an mich selbst runter zu schrauben 🙁 die ich ja sowieso nie erfüllen kann.

    Oh mann… Habe das gerade zum ersten Mal, zwar nicht laut, aber immerhin schriftlich zugegeben:) aber weil dein Beitrag mich so angesprochenen hat, musste dein Blog jetzt grad dran glauben 🙂

    Mach weiter so!

    LG

    Eve

  7. Hallo Daija,
    das Problem war die Dosis: 14 Stunden am Stück. 3 mal die Woche. Auch wenn ich die andere Hälfte frei hatte, weil Winzling beim Vater war. Heute ist sie groß und ich frage mich, wie ich das überhaupt geschafft habe. Jetzt finde ich Kinder nach 30 Minuten schon anstrengend und fordernd. Genau wie in der Zeit vor dem eigenen Kind. Ich denke ganz oft wie froh ich bin, kein kleines Kind mehr zu haben, wenn ich dich lese. Ich hab dich mit der Kleinen immer zuckersüß gelesen und war bei einem der letzten Beiträge erstaunt als es um Depression ging. Es ist einfach D I E Rushhour, die fordernste Zeit im Leben mit Kindern. Ich finde das eigene ICH wichtig: Was willst du? Was willst du neben dem Kind? Kind haben ist nicht alles. Und dem ICH Futter geben. Das könnte gegen die Depression dann wirken. Dein ICH kriegst du wieder. Wenn sie 3 ist, wenn sie 6 ist. Es wird immer mehr. Haltet durch! Ich fand es auch schrecklich schön mit Kind und habe jeden Moment genossen. Das war die andere Seite.

    Lg Tanja

    • Liebe Tanja,
      wenn Du uns als zuckersüß empfunden hast, habe ich ungewollt wohl das Bild transportiert, dass mich aufanderen Blogs zuweilen stört. Ich glaube halt nicht, dass es einfacher wird, wenn die Kinder älter werden, jedenfalls nicht automatisch. Bei mir muss sich noch was ändern. Mit der „Selbstfürsorge“/dem Ich füttern hast Du den wichtigen Punkt angesprochen. Das ist generell nicht meine Stärke, und das rächt sich mit Kind (wie vorher in extremen Strsssituationen wie Prüfungen oder Abschlussarbeit).
      Danke Dir,
      Daija

  8. Und bitte: Vergiss die Supermamas. Das ist wie mit den Superehen. Heute sind sie alle geschieden. Alle! 20 Jahre später.

    • Ich bin jetzt noch eine zweistellige Zahl vom Termin entfernt. Manchmal denke ich – Kann es nicht schneller gehen? ich bin so gespannt auf dieses Wesen, was sich jetzt regelmäßig in meinem Bauch meldet.
      Dann wiederum denke: Kann jemand bitte die Zeit anhalten? Die Zeit, die ich gerade für mich habe, die Möglichkeit meine Bedürfnisse zu erspüren und auf sie zu achten. Das, was ich jetzt erlebe, habe ich erst wieder wenn das Kind so richtig erwachsen und so richtig raus aus dem Haus ist, so wie meine Eltern das jetzt erleben.
      Ganz selten gucke ich mal bei so Mamablogs rein (also, nicht du und nicht rage usw.), wo alles wie aus dem Designerladen aussieht und da so ein Lifestyle verkauft wird. Das ist mir sehr fremd und selbst, wenn da Themen auftauchen, die mich interessieren wie Stoffwindeln und blw bleibe ich dort nicht lang.
      Zwei Buchtipps von Sylvia Häusler finde ich auch interessant, mal gucken, ob ich da noch rankomme.
      Ich lese nämlich bewusst fast nichts als „Vorbereitung“, sondern versuche mich eher von meinem momentan sehr guten Bauchgefühl zu verlassen. Damit fahre ich momentan sehr, sehr gut.
      Hast du mal von Alfie Kohn „Liebe und Eigenständigkeit“ gelesen? Das habe ich mir zum Angucken mal in der Bücherei reserviert.
      Liebe, liebe Grüße
      Nanne

      • Liebe Nanne,
        die Idee, sich vom Bauchgefühl leiten zu lassen, finde ich super. Das klappt bei mir nur bei sehr wenigen Sachen (komischerweise eher bei den „großen“ Themen wie BLW und „Trockenwerden“), vielleicht auch, weil mir wirklich die Erfahrung mit Kindern fehlt(e).
        Ich habe in der Zwischenzeit ein wenig in der feministischen Literatur gestöbert, das fand ich doch sehr hilfreich, um zu verstehen, warum ich im Muttersein nicht meine Erfüllung finde, und freunde mich langsam auch mit dem Gedanken an, dass das letztlich auch ganz gut so ist. Für die ganze Familie. Aber dazu schreibe ich bei anderer Gelegenheit mehr.
        Nachdem ich seit drei Jahren lese, dass “Liebe und Eigenständigkeit” das beste Elternbuch aller Zeiten ist, habe ich es gerade gekauft. Ich werde berichten 🙂
        Alles Liebe für Dich,
        Daija

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