Schlagwort: besser leben

Grüne Vorsätze zwischen fairer Kleidung und gesellschaftlichem Engagement

Manchmal, nein, sehr oft sogar, wenn ich die Kritik am Nachhaltigkeitshandlungen von Leuten wie mir (= gut ausgebildeter, weißer Mittelklassemensch mittleren Alters mit durchschnittlich vielen Kindern und hohem Umweltbewusstsein) lese, ist meine erste Reaktion, den Kopf schamvoll in den Sand zu stecken. Ja, ich bin gut darin, kleine Alltagshandlungen grüner zu machen. Dann, wenn es megaeinfach ist. Ich kenne alle gängingen Tipps zur Müllvermeidung, füttere meine Kinder mit Biogemüse und fahre meistens mit dem Fahrrad.

Der ökologische Fußabdruck

Allerdings: Es gibt keinen signifikanten Unterschied im ökologischen Fußabdruck derer, die sich für ebendiesen interessieren und den Menschen, denen er egal ist. Der britische Aktivist George Monbiot fasste neulich im Guardian eine in Deutschland durchgeführte Studie zu Einstellungen und Umwelthandeln die Gründe dafür folgendermaßen zusammen: Weiterlesen

Pippi-Langstrumpf-Tage für eine entspannte Familie

An manchen Tagen erscheint mir ein entspanntes Familienleben wie ein ferner Traum, die Vorstellung, zusammen eine schöne Zeit zu haben wie eine unrealistische Wunschvorstellung. Nach dem Wiedereinstieg in den Job wurde ich durch die Nicht-Vereinbarkeit von Job und Familie, Schlagmangel und Überreizung zu einer ziemlichen Spaßbremse. Ich vernachlässigte meine eigenen Bedürfnisse und, hätte ich nicht meinen Job an den Nagel gehängt, wäre ich wohl eher früher als später Burn-Out-Patientin geworden. Auch für die Bedürfnisse der Kinder gab es wenig Spielraum: Oft sagte ich ohne große Reflexion “Nein” oder „Wenn… dann…“ weil mir normales, kindliches Verhalten auf die Nerven ging. Meine Toleranz für Lärm lag etwa bei Null, die für Unordnung nicht viel höher.

Ganz der „Elternautomat“, wie Jesper Juul so schön sagt und ganz so wie ich nicht sein möchte. Die Vorstellung, meine Kinder mal einfach nur zu genießen, finde ich ausgesprochen schön und verlockend. Als mir das nicht mehr gelang, fand das Buch Die entspannte Familie: Wie man aus einer Mücke keinen Elefanten macht von Simone Kriebs den Weg auf meinen Nachttisch mein Tablet. Weiterlesen

Weniger Müll mit den fünf Rs: refuse, reduce, reuse, recycle, rot

Weniger Müll zu produzieren ist für mich in den vergangenen Jahren ein wichtiger Teil auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Familienleben geworden. Der rasante Anstieg unseres Abfallberges durch Wegwerfwindeln nervte mich, aber auch die Lebensmittelverschwendung und das elende „Wegwerfspielzeug“ aus Geburtstagstütchen und Co. Von einem abfallfreien Leben bin ich weit entfernt, aber die fünf Rs – refuse, reduce, reuse, recycle, rot – aus Bea Johnsons Buch Zero Waste Home Glücklich leben ohne Müll!: Reduziere deinen Müll und vereinfache dein Leben helfen mir dabei, unseren Abfall einzudämmen. Weiterlesen

Naturerleben reloaded

Wald und Wiesen können zu Angst- und Panikgefühlen führen. Nur ein kurzer Fussweg es von unserem Heim bis an die Themse. Dort gibt es ein Naturreservat, bewaldete Bereiche wechseln sich idyllisch mit Gras und Kräutern bewachsenen Bereichen ab. Idyllisch.

Bei meinen ersten Besuchen, kurz nach unserem Umzug im August letzten Jahres, meist in Begleitung der schlafenden M, bekam ich bei Spaziergängen regelrechte Panik. Das Blut schoss mir in den Kopf, das Herz raste. Nach mehr als 15 Jahren Innenstadtleben machten mir Menschenleere und Stille Angst. Weiterlesen

5 saucoole, megaeinfache Nachhaltigkeits-Hacks, die ich früher uncool fand

Nachhaltiger leben ist in vieler Hinsicht echt mühsam. Um verpackungsfrei einzukaufen muss man leere Glasgefäße weite Wege zum Unverpacktladen schleppen – und dann voll wieder zurück. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder besser noch zu Fuß. So wird der Einkauf zum Tagesprojekt. Im März regional und saisonal zu kochen bedeutet vor allem: Möhren, Möhren, Möhren. Flugreisen gehen nicht, Kaffee eigentlich auch nicht. Nachhaltig leben ist anstrengend und ziemlich spaßfrei – oder? Weiterlesen

Gedanken zwischen Umzugskartons

 

Kaum zu glauben, dass wir vor sieben Jahren mit ein paar Koffern umgezogen sind, sagt mein Mann, während er auf die Umzugskartons starrt. 26 sind es bis jetzt, und wir sind noch nicht fertig.

Ob das, was wir besitzen, nun viel oder wenig ist für eine 4köpfige Familie in West Europa weiß ich nicht. Wenn ich Nerven wie Drahtseile hätte, wäre dies eine gute Gelegenheit, unsere Dinge zu zählen, doch mit zwei Kindern ist es aufwändig genug, überhaupt Kisten zu packen.

Was mir auffällt

Ich kann mühelos fünf Kisten Spielzeug einpacken ohne dass wir es beim Spielen merken. Miss Bee malt, klebt, bastelt. Alle anderen Dinge werden phasenweise aus dem Regal heraus geholt. Little M hat ein kleines Körbchen mit Spielsachen, doch auch bei ihr merke ich, dass sie bereits zu viel zum Spielen hat. Weiterlesen

Eine Achtsamkeitsübung zur Umgebung

Bei schönem Wetter gehe ich mit Little M in den Holland Park, einen der schönsten Parks Londons. Es gibt dort einen Hain, Spiel- und Sportmöglichkeiten und den Kyoto Garden, einen wunderbaren japanischen Garten, der auch Touristen in den Park lockt. Ich sitze gern auf einer Bank am Rande eines formalen Bepflanzung, die inmitten des Parks liegt. Zum people watching gibt es keinen besseren Ort.

Bei unserem letzten Besuch beobachtete ich:

Eine junge Frau führt zwei Hunden an der Leine. Mit Kopfhörern bestückt und sportbeschuht schaut sie mehr auf ihr Smartphone als auf ihre Umgebung. Forschen Schrittes und zielgerichtet treibt sie die Hunde durch den Garten. Weiterlesen