Schlagwort: Buchempfehlung

Gelesen im Mai

Wer Bücher für den Strandurlaub sucht wird dieses Mal wohl nicht fündig. Über herzlose Erziehung, Krebs und Sterben möchtet Ihr im Urlaub vielleicht nicht lesen. Eines der Bücher kann ich Euch trotzdem empfehlen.


Die meisten Menschen hoffen darauf, zu Hause im Kreise ihrer Lieben aus dem Leben zu scheiden und auf dem Sterbebett noch ein paar kluge Worte zu sagen. Die Realität sieht hier in England anders aus: über 50 % sterben im Krankenhaus und nur wenige Menschen im Hospiz. Der Gastroenterologe Seamus O’Mahony argumentiert in The Way We Die Now dass wir als Gesellschaft von Kontrollwahn und Individualismus so besessen sind, wir uns unserer Sterblichkeit nicht mehr stellen wollen. Weiterlesen

Gelesen im Februar

Nachdem mich Trump und Brexit so unvorbereitet getroffen haben, merkte ich, dass ich mich wohl zu sehr in meinem Weisse-Mittelschichts-Mittdreissiger-Mama-Filterbubble verkrochen habe. In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, generell weniger von und über Leute wie mich zu lesen. Weniger Elternratgeber (die werden generell nur für Leute wie mich geschrieben 🙂 ), mehr Literatur, die mein Weltverständnis erweitert und mich dadurch zu einem liebevolleren Menschen macht. Da ich selbst viele Bücher durch Empfehlungen im Netz entdecke, teile ich mit Euch, was ich gelesen habe:

In Stadt der Lügen: Liebe, Sex und Tod in Teheran stellt Ramita Navai acht Porträts “gewöhnlicher Leute, die gezwungen sind, ein ungewöhnliches Leben zu führen” vor. Die Geschichten, vom Kleinkriminellen über den Waisen von linken Regimegegnern bis hin zu der jungen Frau, die sich gegen ihre religiöse Überzeugung scheiden lässt, spielen rund um die frühere Prachtstraße Vali Asr, die sich auf einer Nord-Süd-Achse durch Teheran zieht. Weiterlesen

Menschenkinder von Herbert Renz-Polster (Buchrezension)

Manchmal kommt das richtige Buch zur richtigen Zeit. „Menschenkinder“ fand mich, als ich gerade einmal wieder daran zweifelte, ob ich den Umgang mit meinen Kindern ‘richtig’ gestalte. Mit ihren viereinhalb Jahren ist Miss Bee willensstark und voller unbändiger Energie. Viele Tage verlaufen nicht gerade konfliktarm. Gut gemeinte Ratschläge – Grenzen setzen! Konsequent bleiben! – taten ihr übriges, um mich zu verunsichern.

Sind unsere Kinder kleine Tyrannen?

Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und vierfacher Vater, stellt fest, dass meine Verunsicherung ganz normal ist: Viele Eltern haben heutzutage Angst, im Umgang mit ihren Kindern nicht das Richtige zu tun, sie nicht ausreichend zu fördern, oder sie zu verziehen. In Menschenkinder: Artgerechte Erziehung – was unser Nachwuchs wirklich braucht argumentiert er, dass das Verhalten unser “kleinen Tyrannen” Sinn macht und zieht die Menschheitsgeschichte zur Erklärung heran. Weiterlesen

Buchbesprechung Sarah Schill – Anständig leben

Wenn Sarah Schill in „Anständig leben: Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine“ ihre Lebenssituation beschreibt, finde ich mich in vielem wieder. Ich habe kein Auto, keinen Wäschetrockner, ein Mann, ein Kind und lebe in einer zugigen Altbauwohnung. Und, wie der Autorin, beschert auch mir eine Berechnung meines ökologischen Fußabdrucks einen Schock. Der ökologischen Fußabdruck des Durchschnittsdeutschen liegt bei 5.1ha, Sarah Schills bei 5.32ha, mein eigener, dank des alljährlichen Langstreckenflugs über den grossen Teich um die Familie meines Mannes zu besuchen, bei über 6ha. Wir bräuchten fast drei Erden wenn jeder so leben wollen würde wie der Durchschnittsdeutsche es derzeit tun, 4, wenn jeder wie ich einmal im Jahr auf einen anderen Kontinent fliegen würde. 1,8 ha wäre ein fairer Fußabdruck, der allen Menschen auf der Welt zu stünde, ohne das wir dabei unsere Erde zugrunde richten.

Ein Selbstexperiment zum besseren Leben in drei Akten
Nach ihrer Berechnung entschließt sich Sarah Schill zu einem Selbstexperiment in drei Akten. Weiterlesen

Kater Mog und 168 hours – Gelesen im September

 

September war für uns ein Monat der Übergange. Bevor Miss Bee nach zwei Jahren Betreuung durch eine Tagesmutter mit dem Montessori Kindergarten begann, haben wir beide eine Staycation gemacht und schöne Dinge in London unternommen, die etwas Reisezeit in Anspruch nehmen.
Dazu gehörte die Judith Kerr Ausstellung „Tiger, Mog und das rosa Kaninchen“ im Jüdischen Museum. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Leben und Werk der jüdischen Künstlerin und Schriftstellerin und bietet einiges zum Anfassen, auch schon für Kleinkinder. Weiterlesen