Schlagwort: digitales Leben

Über Verbindung und Vernetzung

Wir haben einen schönen Sommer hinter uns. Nach meiner Kündigung habe ich viel Zeit mit den Kindern verbracht, gelesen, geschlafen, geträumt, und an unserem sozialen Netz im Hier und Jetzt gewebt. Vor allem an meinem Eigenen, abseits der Schultore, mit Menschen, die in anderen Lebenssituationen sind als ich (sprich: keine Kleinkinder haben). Die Zeit ist schnell vergangen. Jetzt sind bereits die Herbstferien vorbei.

Manege frei gegen die Langeweile

Offline zu sein hat mir gut getan. Social Media und Blogs sind toll und inspirierend. Doch merke ich immer wieder, dass mir Zeit und Energie für andere Dinge fehlten, zuvorderst menschliche Beziehungen im Hier und Jetzt. Für soziales Engagement. Für Ruhe und Erholung. Gleichzeitig ich des des Internetzirkus’ auch ein bisschen überdrüssig. Dem, in dem es um Likes, Shares und Kooperationen geht. In dem Trends ausgerufen und Sauen durchs virtuelle Dorf gejagt werden. In dem es zwar ziemlich unterhaltsam zugeht, in dem ich aber immer wieder in meiner eigener Filterblase feststecke und in dem ich authentischen Stimmen, nachdenkliche oder unausgegorene Artikel weder oft finde noch selbst schreiben kann. Weiterlesen

Die perfekte Instagram-Frau und ich

In London gibt es einige der teuersten Werbeflächen der Welt. Bis vor Kurzem bin ich dem Weg zur Bushaltestelle und zum Supermarkt an Bildschirmen vorbei gekommen, die sich für £2500 pro Quadratmeter am Tag mieten lassen*. Sie zeigen in der Regel schnelle Autos und makellos schöne Menschen.

Diese Bilder verstärken unsere Tendenz, mit dem zu ringen, wie wir wirklich sind. Es gibt eine Flut an Bildern, die uns zeigen, wie wir sein könnten, wenn wir uns nur genug Mühe gäben. Sehen wir solche Bilder in Hochglanzmagazinen oder auf Werbetafeln wissen wir, dass dahinter eine Horde Make-up Artisten, Stylisten, professionelle Fotografen und teure Bildbearbeitungssoftware steckt. Wir wissen, dass die Macher Geld verdienen wollen, in dem sie uns ein Produkt verkaufen, dass uns Glück verspricht, und das dieses Glücksversprechen nicht einhält.

Instagram – Spontane Schnappschüsse oder gekonnte Inszenierungen?

Instagram dagegen verspricht spontane Schnappschüsse von Menschen wie Dir und mir. Wie viel Arbeit und Inszenierung in diesen „Schnappschüssen“ steckt sehen wir nicht. Weiterlesen

Einfach mal abschalten? Bericht eines Selbstversuchs

Abschalten ist eigentlich ganz einfach. Man fahre für eine Woche an einen abgelegenen, wunderschönen Ort ohne Internetanschluß. Dank „Analog-Handy“ ist frau von der Internetwelt vollkommen abgeschnitten. Stattdessen bummelt frau allmorgentlich zum Bäcker, geniesst ein ausgedehntes Frühstück, mittellange Wanderungen durch die Schweizer Bergwelt, und Abende auf der Terrasse mit dem Liebsten bei einem Glas Wein.

Zu Hause allerdings ist es mir verdammt schwer gefallen, abzuschalten und mich an meine eigenen Regeln zu halten. Im Vergleich zu einen „regellosen“ Vorhaben, weniger im Netz zu sein, habe ich zwar Fortschritte gemacht doch mein „Wunschzustand“ sieht anders aus (mit Kamin. Und Buch. Und warmem Tee. Und so.)

Einfach mal abschalten?
Anfang des Monats hatte ich mir vorgenommen, einfach mal abzuschalten, das Internet Internet sein zu lassen, um zu mehr innerer Ruhe und Kreaktivität zu finden, statt ziellos Inhalte online zu konsumieren. Weiterlesen

Einfach mal abschalten?

Während ich neulich mit dem Ziel durch meine Habseligkeiten ging, um 100 Dinge auszusortieren, bestätigte sich, was ich schon länger vermutete – nämlich, dass es im Moment nicht mein physischer Besitz ist, der viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt, der aufgeräumt, verstaut und abgestaubt werden will, sondern mein digitales Leben.

Das Internet – Freund oder Feind?

“The internet is both my lifeline and the plastic bag over my head.” sagte Marci Alboher in einem Interview mit Gretchen Rubin. Ich finde das Internet fantastisch. Weiterlesen