Schlagwort: Elternschaft

Rabenmutter – oder einfach nur Mensch und Mutter?

Die Idee dahinter ist gut: Wir schreiben über das, was mit den Kindern nicht so läuft, wie wir oder die Kinder oder “die Gesellschaft” sich das vorstellen. Wer Rabenmutter ist, kann sich nun anonym (naja, bloggend) als solche outen, und darüber schreiben, was sie mit den lieben Kleinen alles verbockt.

Ist (ironische) Selbstbeschimpfung was Gutes?

Birgit, die die Blogparade ins Leben gerufen hat, schreibt auf ihrem Blog Muttis Nähkästchen häufiger mal darüber, was nicht rund läuft. Das gefällt mir. Ich finde, wir sollten das alle viel häufiger tun. Und ihr Beitrag hat ein Augenzwinkern. Trotzdem bereitet mir der Begriff Bauchschmerzen. Und ich möchte mich, trotz aller meiner “Fehler” nicht als Rabenmutter bezeichnen. Weiterlesen

Menschenkinder von Herbert Renz-Polster (Buchrezension)

Manchmal kommt das richtige Buch zur richtigen Zeit. „Menschenkinder“ fand mich, als ich gerade einmal wieder daran zweifelte, ob ich den Umgang mit meinen Kindern ‘richtig’ gestalte. Mit ihren viereinhalb Jahren ist Miss Bee willensstark und voller unbändiger Energie. Viele Tage verlaufen nicht gerade konfliktarm. Gut gemeinte Ratschläge – Grenzen setzen! Konsequent bleiben! – taten ihr übriges, um mich zu verunsichern.

Sind unsere Kinder kleine Tyrannen?

Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und vierfacher Vater, stellt fest, dass meine Verunsicherung ganz normal ist: Viele Eltern haben heutzutage Angst, im Umgang mit ihren Kindern nicht das Richtige zu tun, sie nicht ausreichend zu fördern, oder sie zu verziehen. In Menschenkinder: Artgerechte Erziehung – was unser Nachwuchs wirklich braucht argumentiert er, dass das Verhalten unser “kleinen Tyrannen” Sinn macht und zieht die Menschheitsgeschichte zur Erklärung heran. Weiterlesen

Die Mutterglück-Lüge von Sarah Fischer {Buchbesprechung}

Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich für eine Mutter alles – nicht zum Guten, argumentiert Sarah Fischer in Die Mutterglück-Lüge: Regretting Motherhood – Warum ich lieber Vater geworden wäre. Mutter werden bedeutet in ihren Augen hauptsächlich Verzicht. Leider bemerkt sie das erst, nachdem sie mit knapp 40 ihre Tochter bekommt.

Warnende Stimmen gab es vor der Geburt genug. Sarah Fischer liebt ihr Leben, ihren Partner und ihren Job als freiberufliche Vortragsreferentin. Auf zahlreichen Reisen beobachtete sie, dass Frauen in vielen Ländern quasi bei der Feldarbeit ihr Kind bekommen und dann damit weiter machen als wäre nichts passiert (nach zwei unkomplizierten Geburten bezweifele ich das ja). So ähnlich stellt sie sich das Kinderhaben auch vor. Und nur, weil ein Baby bei anderen das Leben auf den Kopf stellt, muss es bei ihr noch lange nicht so sein.

Können Mütter ein eigenes Leben haben?

So versucht Sarah Fischer, ihr Leben nach der Geburt ihrer Tochter Emma so weiter zu leben wie bisher. Weiterlesen

artgerecht – Steinzeitbabys bedürfnisorientiert begleiten (Rezension)

In artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen geht Nicola Schmidt der Frage nach, wie Babys ticken, und wie wir sie möglichst bedürfnisorientiert in die Welt begleiten können. Babys, argumentiert sie, haben seit der Steinzeit die immer gleichen Bedürfnisse: Nähe, Schutz, Getragensein, essen dürfen, wenn sie hungrig sind, und schlafen dürfen, wenn sie müde sind. Unsere Steinzeitbabys können wir liebevoll an unser Internetzeitalter heranführen. Das müssen wir nicht allein tun. Anders als viele andere Ratgeber verweist sie auf die Rolle des “Clans”, also einer Gemeinschaft von Personen, mit denen Kinder gemeinsam aufwachsen. Das sprichwörtliche Dorf, das wir uns heute meist selbst schaffen müssen.

Mehr Gelassenheit und eine kritischere Haltung

Nicola Schmidt behandelt in dem Buch alle wichtigen Themen, die werdende und frisch gebackene Eltern interessieren. Weiterlesen

Treibholz – Lieblingslinks zur Elternschaft

Zum Wochenende einige Lesetipps zum Thema Mutter- und Vatersein. Theoretisch, persönlich, und wütend. Enjoy!

„Natürlich ist das Leben auch in anderen Bereichen voller Zwänge, wir müssen vieles. Aber die unmittelbare elterliche Notwendigkeit, Dinge tun zu müssen, weil sonst ein anderer Mensch stirbt oder etwas grundlegend nicht mehr funktioniert, ist in seiner radikalen Pausenlosigkeit sehr spezifisch.“
Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach beleuchtet persönlich und theoretisch, was Mutterschaft für sie bedeutet: Würde ich mich nochmal fürs Muttersein entscheiden?

Miriam schreibt auf Emil & Ida über das allgemeine Schreiverbot in der Kindererziehung, und über den Umgang mit Wut. Dann schrei doch! Mach ich auch!

In Diskussionen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden Männer vergessen, schreibt Philipp Korn in der FAZ. Der “Neue Mann” ist kein Held des Alltags sondern einfach ein Partner. Das Gefasel vom Neuen Mann. (via LittleYears)

ber gibt es diesen Typus wirklich? Heute gibt es mehr Wahlfreiheit im Bezug auf Lebensmodelle, doch nach dieser Umfrage verzichten Väter mit der Geburt des Kindes meist auf – Nichts.

„Emotional mag sich also für die “neuen Helden” vielleicht einiges geändert haben – aber ansonsten verläuft das Leben im jungen Vaterglück recht beschaulich in den bekannten Bahnen weiter. Naja. Immerhin: 1 Prozent musste auf “berufliche[n] Erfolg” verzichten und 2 Prozent auf “Schlafen/Ruhe” – 3 Prozent sogar auf “Zeit mit Freunden”. So. much. Heldentum.“ schreibt daher die Autorin auf aufZehenspitzen über die Die “… wenn man uns lässt”-Väter .