Schlagwort: Familienleben

Pippi-Langstrumpf-Tage für eine entspannte Familie

An manchen Tagen erscheint mir ein entspanntes Familienleben wie ein ferner Traum, die Vorstellung, zusammen eine schöne Zeit zu haben wie eine unrealistische Wunschvorstellung. Nach dem Wiedereinstieg in den Job wurde ich durch die Nicht-Vereinbarkeit von Job und Familie, Schlagmangel und Überreizung zu einer ziemlichen Spaßbremse. Ich vernachlässigte meine eigenen Bedürfnisse und, hätte ich nicht meinen Job an den Nagel gehängt, wäre ich wohl eher früher als später Burn-Out-Patientin geworden. Auch für die Bedürfnisse der Kinder gab es wenig Spielraum: Oft sagte ich ohne große Reflexion “Nein” oder „Wenn… dann…“ weil mir normales, kindliches Verhalten auf die Nerven ging. Meine Toleranz für Lärm lag etwa bei Null, die für Unordnung nicht viel höher.

Ganz der „Elternautomat“, wie Jesper Juul so schön sagt und ganz so wie ich nicht sein möchte. Die Vorstellung, meine Kinder mal einfach nur zu genießen, finde ich ausgesprochen schön und verlockend. Als mir das nicht mehr gelang, fand das Buch Die entspannte Familie: Wie man aus einer Mücke keinen Elefanten macht von Simone Kriebs den Weg auf meinen Nachttisch mein Tablet. Weiterlesen

Zu Hause bleiben? Ja!

“I thought you are doing an amazing job”, sagt meine Vorgesetzte, als ich ihr meine Kündigung gebe. Sie ist überrascht, fand sie doch, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe. Gleichzeitig ist sie verständnisvoll. Ihre Schwester ist vor wenigen Monaten an Krebs gestorben; sie kann nachvollziehen, dass sich meine Prioritäten durch die Krankheit verändert haben. Unter geht in dem Gespräch, dass ich auch und vor allem kündige, weil ich mittelfristig keine Aufstiegsmöglichkeiten in meinem Job sehe.

Ihr schriebt mir, dass ich die Antwort auf meine Frage, Zu Hause bleiben – ja oder nein?, schon wüsste. Letztlich kam die Klarheit durch das Schreiben, und dies öffentlich zu tun erhöhte den Druck, auch zu handeln. Seit Wochen quälten mich diese Überlegungen, weil ich aus vielen guten Gründen weiter arbeiten wollte. Weiterlesen

Wochenende in Bildern, 22./23. April 2017 – mit süßen Tierbildern

Samstag

Ausschlafen! Bis 8:30! Ich muss mich sogar beeilen, um rechtzeitig zum Sport zu kommen. Ich fühle mich wie im falschen Film, bis ich die Kinder nach ihrer Radtour um kurz nach 10 sehe.

Wochenende bedeutet bei uns auch Hausarbeit. Drei Maschinen Wäsche sind es heute.

Mr Handsome geht Laufen, Little M macht Mittagsschlaf, und ich lese Miss Bee vor. Bis ich Wäsche aufhängen will. Das gefällt Miss Bee überhaupt nicht, sie schreit so laut, dass sie ihre Schwester weckt. Die greint, weil sie unausgeschlafen ist.

Pasta wirkt in solchen Situationen manchmal ja Wunder. Leider bin ich nicht schnell genug: Little M reckt und streckt sich und zieht ihren Teller vom Tisch während ich ihn noch decke. Falls jemand fragt, warum ich für die Kleine Plastikgeschirr habe…

Die Portion der Kinder ist nicht so farbenfroh, aber Little M isst einige der Pilze, als sie bei mir auf dem Schoss sitzt.

Mehr Hausarbeit. Ich erinnere mich, dass ich meine Haare auch gern gestaubsaugt habe, und lasse Miss Bee machen.

Mittlerweile scheint die Sonne. Miss Bee und Mr Handsome gehen auf den nahegelegenen Jahrmarkt (freiwillig!). Little M und ich gehen an der Themse spazieren, unter der Flugbahn. Ich hätte lieber meine Ruhe, Little M findet „plane spotting“ super. Wir sind lange Draussen, üben Laufen, schauen Bäume an. Und Flugzeuge.

Das Abendessen soll schnell gehen. Wraps mögen alle.

Mr Handsome geht mit den Kindern ins Bett, nicht, ohne mich daran zu erinnern, dass er das zu Studentenzeiten ja auch gemacht hätte, nur sei er dann um dann um Mitternacht wieder aufgestanden, um auszugehen. Ich lese ein Buch über den Tod etwas Unterhaltsames.

Sonntag

Um kurz nach 6 stehe ich mit den Kindern auf. Ich mache Pfannkuchen zum Frühstück. Im Moment schaffe ich das selten, und so freuen uns alle daran. Also, wir Mädchen – nur der frühe Vogel fängt den Wurm.

Wir spielen…

…und lesen. Little M möchte auch vorgelesen bekommen, so dass Miss Bee mit ihrem Feenbuch zu Mr Handsome ins Bett krabbelt und Little M und ich ein Buch über Pinguine ansehen, bis ich zum Sport gehe.

Ich bin vom Sport ziemlich erschöpft und hätte nichts gegen einen weiteren ruhigen Tag zu Hause, doch Miss Bee möchte Tiere angucken. So bereite ich ein Picknick vor, und ruhe mich dann aus, während Little M schläft. Sie scheint sehr müde zu sein und schläft 2 1/2 Stunden. Das gibt mir Zeit, schon einmal mit diesem Beitrag anzufangen. Es ist fast 13 Uhr als sie aufwacht. Zur City Farm fahren wir trotzdem.

Zum Glück läuft alles reibungslos: der Bus kommt gleich, der Verkehr hält sich in Grenzen, und die Laune kippt erst spät.

Auf der Hounslow Urban Farm angekommen wollen beide Kinder picknicken (nicht, dass sie nicht im Bus schon pausenlos gegessen hätten…)

und dann auf dem Spielplatz bleiben. Ich überrede sie schließlich, sich doch ein paar Tiere anzusehen, und dann gefällt ihnen das auch gut.

Für Little M gibt es zudem aus nächster Nähe viele Flugzeuge zu begucken.

Als Dorfkind weiss ich, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb anders aussieht. Spass macht es uns trotzdem.

Auf dem Nachhauseweg haben wir auch wieder Glück, es geht sogar noch etwas schneller. Dann vergesse ich aber, weitere Fotos zu machen. Ist vielleicht auch genug jetzt. Oder wollt Ihr noch mehr Wäschefotos? 🙂

 

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es auf dem Blog Geborgen Wachsen.

Zu Hause bleiben – ja oder nein?

“Das mache ich normalerweise nicht” sagt S.. Ich sehe sie fragend an, verstehe nicht, was sie meint. Miss Bee drängt seit Tagen darauf, mit der Nanny zu sprechen. “S. bleibt nicht bei Little M, wenn sie einschläft, Mama. Sie geht nicht hin, wenn Little M weint.” Ein grosses Herz hat meine Kleine, mit ihren 4 1/2 Jahren. Sie weiß auch genau, dass ich nichts davon halte, Kinder alleine weinen zu lassen. “Normalerweise schaukele ich Kinder nicht in den Schlaf. Aber ich halte Little M, weil ich weiß, dass du es so willst. Gestern hat sie garnicht geschlafen. Miss Bee erzählt nur die halbe Geschichte.”, sagt S.

Wieder ein Gespräch zwischen Tür und Angel. Ein Blick auf die Küchenuhr, ich muss los. Ein weiterer Blick zu Little M, tränenüberströmt, sie beginnt immer zu weinen, wenn S. zur Tür herein kommt. Weiterlesen

Little M ist 1!

Mehr als ein Jahr ist es her, dass die kleine M zu uns kam. Es war ein bewegtes Jahr für uns, kein einfacher, in vieler Hinsicht aber auch ein Schönes. Nicht viel von dem was wir erlebt und ich gedacht habe, hat es auf den Blog geschafft. Die Entwicklungen auf der Welt – Flüchtlingsströme, Brexit, Trump – machen mich sprachlos.

Auch wenn uns diese Dinge direkt betreffen (brauchen wir bald Visa? Lassen wir die Mädchen in Großbritannien einbürgern? Gibt es Großbritannien nächste Jahr überhaupt noch? Weiterlesen

Menschenkinder von Herbert Renz-Polster (Buchrezension)

Manchmal kommt das richtige Buch zur richtigen Zeit. „Menschenkinder“ fand mich, als ich gerade einmal wieder daran zweifelte, ob ich den Umgang mit meinen Kindern ‘richtig’ gestalte. Mit ihren viereinhalb Jahren ist Miss Bee willensstark und voller unbändiger Energie. Viele Tage verlaufen nicht gerade konfliktarm. Gut gemeinte Ratschläge – Grenzen setzen! Konsequent bleiben! – taten ihr übriges, um mich zu verunsichern.

Sind unsere Kinder kleine Tyrannen?

Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und vierfacher Vater, stellt fest, dass meine Verunsicherung ganz normal ist: Viele Eltern haben heutzutage Angst, im Umgang mit ihren Kindern nicht das Richtige zu tun, sie nicht ausreichend zu fördern, oder sie zu verziehen. In Menschenkinder: Artgerechte Erziehung – was unser Nachwuchs wirklich braucht argumentiert er, dass das Verhalten unser “kleinen Tyrannen” Sinn macht und zieht die Menschheitsgeschichte zur Erklärung heran. Weiterlesen

Stresst ihr noch oder liebt ihr schon? {Buchrezension}

Wahrscheinlich kennen alle Eltern diese Tage, an denen wir nur darauf warten, dass die Kleinen friedlich schlummernd im Bett liegen. Im besten Fall in ihren Eigenen. Das Baby zahnt, das Kleinkind will sich nicht anziehen/nicht in den Kindergarten/ausschließlich mit weißer Schokolade überzogene Rosinen essen, die man nicht mehr im Haus hat. Manchmal vergessen wir an solchen Tagen, dass Kinder keine Strafe, sondern ein Geschenk des Himmels sind.

Leben mit Kindern – Stress oder Liebe?

Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange und der Journalist Marcus Jauer haben insgesamt fünf Kinder, und: Sie genießen das Leben. In Stresst ihr noch oder liebt ihr schon?: Warum Familie nicht das Problem ist, sondern die Lösung schreiben sie in kurzweiliger Weise abwechselnd über all das, was Menschen mit Kindern umtreibt: Schlafmangel, Kinderwünsche, die Prägungen der eigenen Kindheit, die in unserem Verhalten sichtbar werden, Me Time und Paar Time. Und wie all das in ihrer Patchwork Familie aussieht. Weiterlesen