Schlagwort: Konsum

Von der #Konsumauszeit zu #KonsumEntscheidet

Ein Gefühl der Befremdlichkeit, als ich am Samstag Nachmittag in das nahe gelegene Einkaufszentrum gehe, um eine neurodermitistaugliche Hautcreme für Miss Bee zu kaufen. Besagtes Einkaufszentrum ist von der trashigen Sorte: Filialen einer Reformhauskette, Handyläden, ein Sportgeschäft, zwei 1-Euro-Läden Äquivalente, ein Supermarkt, von dessen Besuch mich der penetrante Brathähnchengeruch immer abhält, und ein muffiger Charityshop. Kettenrestaurants. Und die Drogerie, in der ich die konventionelle Hautcreme suche, die im letzten Winter die schuppige Haut heilte, nachdem eine die Öko-Wind- und Wettercreme uns im Stich lies.

Vielleicht liegt es an meiner schwangerschaftsbedingten Müdigkeit, vielleicht am Licht, das ob des schummerigen Dämmerlichts draußen grell und laut ist, aber all das kommt mir so befremdlich vor. Ich schau mir die Läden an, und frage mich, wer all das will, all das zu brauchen meint, all das kaufen soll.

Vom Essen im Müll und moderner Sklaverei

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#Konsumauszeit im November – die erste Woche

Sehr kurz nach der Veröffentlichung meines letzten Beitrags habe ich einen Termin am anderen Ende der Stadt. Kurz denke ich noch daran, rase dann aber ohne Snack/Mittagessen und ohne Trinkflasche aus dem Haus – keine Zeit mehr. Es kam, wie es kommen musste, und kurz vor dem Termin landete ich in einen kleinen Convenience Store und holte eine Plastikflasche (Einweg natürlich, wir sind ja nicht in Deutschland) Wasser und einen Croissant. Die Rebellin in mir grinste, und dachte: Ha, Verbotenes macht tatsächlich mehr Spaß.

Die vernünftigere Seite dachte: Genau darum geht es bei dieser Konsumauszeit: Mit etwas mehr Plan hätte ich diesen Müll vermeiden können.

Gesünder, günstiger, müllärmer und schneller

Ich hätte ich zu Hause meine Wasserflasche auffüllen, ein Stück Obst und ein paar Nüsse in meine Tasche werfen und mitnehmen können.

Jetzt bin ich schon so lange auf dem Weg der Vereinfachung unterwegs, aber manchmal setze ich immer noch „neu kaufen“ mit der einfachsten Option gleich. Oft entscheide ich mich dagegen, komme ohne aus, mit einem gebrauchten oder geliehenen Gegenstand, aber wie sehr dieser Glaubenssatz noch verankert ist habe ich in der vergangenen Woche gemerkt.

  • Neue Klamotten sind besser als Gebrauchte.
  • Essen außer Haus ist besser als Mitgebrachtes.
  • Neue Schuhe sind besser als das Besohlen der Alten.
  • Wild schäumendes Duschgel in pinker Plastikflasche ist besser als ein Seifenstück.
  • …..

Ist doch komisch, dass viele von uns immer noch glauben Mineralwasser sei Leitungswasser in irgendeiner Hinsicht überlegen. (Ich übrigens nicht.)

Werbung ist überall. Ich kann Frauenzeitschriften liegen und den Fernseher ausgeschaltet lassen: Auf meinem Arbeitsweg komme ich an mehreren Werbetafeln vorbei, die größer sind als unsere Wohnung und die mir mitteilen, dass der Kaffee woanders schöner dampft als Zuhause und ich unbedingt ein neues MakeUpProdukt, tolles Auto oder irgendein Gadget brauche.

“Wir kommen nicht mehr zur Ruhe, den wo wir stehen, gehen oder auf ein Display schauen, ereilen uns neue Angebote der Selbstverwirklichung, die zur Kenntnis genommen und genutzt werden wollen. Unter dem Regime der Zeitknappheit hat das Wachstum der individuellen Möglichkeiten einen verheerenden Preis, nämlich Oberflächlichkeit – und die macht niemanden glücklich, sondern befördert den Burnout.” Niko Paech (via Gabi Raeggel)

Konsumdruck ist real. Das heißt nicht, dass ich ihm nachgeben muss, aber ohne Aufmerksamkeit geht gar nichts. Gabi schrieb neulich in einem Beitrag zu Statussymbolen, Konsumdruck und Achtsamkeit, dass sie zwei mögliche Reaktionen beobachtet: alles mitmachen, oder alles ablehnen. Die Mitte liegt irgendwo dazwischen, nämlich „im Einzelfall genau hinzuschauen und zu nach zu spüren: Was brauche ich wirklich? Oder was brauche ich auch nicht?“

Gestern brachte ich mehrere Paar Schuhe zum Schuster. Das wollte ich schon länger. Ich kaufe mir keine neuen Schuhe, bezahle aber für eine Dienstleistung. Frau DingDong braucht einen neuen Pullover; geschenkt während der Konsumauszeit ist besser als neu gekauft danach stellen wir auf Twitter fest. Kaffee – ob in einem Cafe oder to go – gibt es bei mir so selten, dass es bei mir unter Aktivität oder Erlebnis, gar „Wellness“ läuft, bei anderen ist es eine unnötige Ausgabe. Was passt dann noch in die Konsumauszeit? Geht es darum, kein Geld auszugeben, oder darum, nichts „Neues“/GebrauchtNeues anzuschaffen?

Mir geht es darum, Impulse zu erkennen. Noch genauer hinzusehen, an welchen Stellen ich denke, Konsum ist die Lösung, für die „Herausforderung“, vor der ich stehe – sei das ein Wocheneinkauf, ein Laternenumzug oder das tägliche Mittagessen. Oft handele ich entgegen dem ersten Impuls – neu, viel und mehr – aber manchmal halte ich meine Lösung – gebraucht, ausreichend und weniger – für die Zweitbeste.

Weniger mehr sein zu lassen kann man üben, und das mache ich jetzt.

Konsumauszeit im November

Konsumauszeit im November – ernsthaft? In diesem Jahr wollte ich mit guter Planung dem Vorweihnachtsstress entgehen. Voller Tatendrang schon im November alle Geschenke kaufen und sonstige Weihnachtsvorbereitungen treffen. Als ich das erste Mal von Apfelmädchen und sadfsh #Konsumauszeit las war deshalb klar, dass das nichts für mich ist. Extern gesetzte Challenges kommen nicht zur richtigen Zeit, und überhaupt, wie soll das gehen als Familie in der VorVorweihnachtszeit?

Konsumauszeit… kann nicht schaden

Doch dann… machen andere Familien auch mit, Bloggerinen mit größeren und komplexeren Familien als ich sie habe. Und mal ehrlich, gut gebrauchen kann ich eine solche Challenge immer mal wieder. Zwar habe ich nicht übermässig konsumiert, aber auch nicht besonders kritisch. Urlaubslaunen, Umstandsmode und immer öfter das Sandwich in der Mittagspause. Ich tappe noch immer oft in die Kinderbuch- und die SpielsachenKauffalle. Auch von zero waste bin ich dank Trägheit und mangelder Planung gerade weit entfernt. Bewusster geht noch, auch wenn es der Geldbeutel nicht verlangt. Weiterlesen

Mein Interview zum Thema „Konsum“ im eMagazin Deutsche Bildung

Ein Beitrag zur Geschichte der Konsumgesellschaft, die wichtigsten Schlagworte zum Thema, die Frage, ob man wirklich jede Woche neue Klamotten kaufen muss und, tada, mein erstes Interview. All das findet Ihr in der aktuellen Ausgabe des eMagazin Deutsche Bildung.

„Profibloggerin“ Dina hat natürlich nicht daran gedacht, einen Link zu meinem Blog in das Interview einzufügen. Ja, ja. Daher: Herzlich Willkommen an alle LeserInnen des eMagazins, die sich auch ohne Link auf meinen Blog verirren.

Wer lesen mag, ob ich Konsum schlecht finde, warum wir unnötige Dinge kaufen, und wie man dies verhindern kann findet das Interview hier. Auch die anderen Beiträge in dem eMagazin sind lesenswert.

eMagazinDas komplette eMagazin Deutsche Bildung zum Thema Konsum herunterladen (5.25 MB pdf)

Warum wir Dinge kaufen, die wir nicht brauchen

In einer kleinen Serie kannst Du hier jeden Donnerstag eine Beitrag zum Thema Vereinfachen lesen. Momentan treibt mich um, wie die Dinge in unser Leben kommen, die wir später wieder loswerden wollen. Diese Woche geht es um  Kaufmotive im weitesten Sinne.

Wir alle kaufen Dinge, die wir brauchen – Lebensmittel und Hygieneartikel, ein Dach über dem Kopf, Kleidung, die uns gegen die widrigen Elemente schützt.  Und jeder von uns kauft ab und an Dinge, die wir nicht wirklich brauchen. Ein zweites Stück Kuchen, ein weiteres Paar Schuhe, das neuste Laptopmodell, obwohl der alte es noch tut. Warum eigentlich?

Wir werden von der Werbung beeinflusst

Ach ja, die gute alte Werbung wird gern als naheliegender Einflussfaktor genannt, wenn es darum geht unser Einkaufverhalten zu erklären. Weiterlesen

Badezimmer revisited. Oder: wenn der Groschen fällt

Manchmal fällt wohl einfach der Groschen. Unerwartet. Nachdem er eine ganze Weile feststeckte und alles ruckeln, zerren und ziehen nichts brachte. Man schaut sich den festhängenden Groschen noch mal genauer an, zuckt mit den Schultern, dreht sich um und geht. Nach ein paar Tagen kommt man wieder, tippt ganz vorsichtig, und plötzlich macht es ‚bing‘ und da liegt sie, die Münze.

Vergangene Woche schrieb ich über meine Schwierigkeiten, mein Bad zu entrümpeln. Ehrlich gesagt tat ich mir selbst schon ein bisschen Leid. Andere schafften das doch auch. Warum ich dann nicht? Weiterlesen

Warum wir kaufen – die Party im Gehirn

In einer Mini-Serie kannst Du hier jeden Donnerstag eine Beitrag zum Thema Vereinfachen lesen. Momentan treibt mich um, warum unser Leben eigentlich so voll ist, im Materiellen Sinne. Eigentlich wollte ich mich diese Woche mit der Psychologie des Kaufens beschäftigen, Kaufmotive und so. Irgendwie bin ich aber bei der Hirnforschung hängengeblieben.

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir einkaufen? Wahrscheinlich kennt Ihr das auch: auf der einen Schulter ruft das Teufelchen: „Nun komm schon, das Kleid sieht bestimmt fantastisch an Dir aus / ein neues Smartphone hast Du Dir wirklich verdient / goenne Dir doch die Flasche Wein“. Das Engelchen auf der anderen Schulter erinnert Dich dagegen daran, dass Du eigentlich eine neue Jeans brauchst, Dein Kontostand mau aussieht oder Du eigentlich nur zum Milch kaufen in den Supermarkt gegangen bist. Neurobiologen von der Universität Stanford haben diesem Zwiegespräch in unserem Hirn mithilfe von  Magnetresonanztomographie (MRT) zugesehen. Weiterlesen