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Zwei Mal richtig Glück gehabt – Dankbare Gedanken zur Geburt

„Deine Geburt war selbstverständlich. Auf einmal warst Du eben da. Dein Bruder hatte die Nabelschnur um den Hals, sein Gesicht war blau, als er auf die Welt kam. Glück gehabt, dachten wir. als einige Jahre A. auf die Welt kam, waren wir dankbar: Drei gesunde Kinder.“ – Mein Vater

Im vergangenen Jahr verloren zwei meiner Freundinnen ihre Babys. Eine gebar ein Sternenkind, die Andere verlor kurz ihre Tochter kurz nach ihrem ersten Geburtstag. Leben, auch Kinderleben, ist alles andere als selbstverständlich.

Vor der Geburt von Little M hatte ich Angst vor zwei Dingen. Einmal davor, dass die Geburt so schnell voranschreitet, dass wir keine Zeit hätten, Miss Bee rechtzeitig von Freunden abholen zu lassen, oder dass sie, einmal dort, große Sehnsucht nach uns hätte und ihren Gastgebern das Leben zur Hölle macht, weil sie die unbekannte Situation überfordert. Zum Anderen hatte ich Angst, dass Little M auf ihrem Weg in die Welt etwas passieren könnte.

Beide Bedenken bewahrheiteten sich nicht. Meine Fruchtblase platzte mitten in der Nacht, doch Wehen stellten sich nicht ein. Viele Stunden vergangen, bevor ich meine Freundin bat, Miss Bee abzuholen. Mehr Ruhe und ein Spaziergang würden helfen, so hoffte ich. Trotz der unterstützenden Worte der Hebammen verunsicherte mich der unvermutete Geburtsverlauf. In Kombination mit den traurigen Erfahrungen des letzten Jahres geriet ich ausreichend in Panik.

Auch ohne Wehen machten Mr Handsome und ich uns am frühen Abend auf den Weg ins Geburtshaus. Im Taxi denke ich an all die Geburtsgeschichten, die Social Media anspülte, schöne Geschichten und Bilder von selbstbestimmten Geburten. Unassistierte Hausgeburten, ohne Hebamme. Das geht ja alles, schließlich sind Geburten etwas ganz Natürliches. So natürlich, dass viele Frauen auch heute noch daran sterben.

Ich denke darüber nach, wieviel Glück ich habe, den Geburtsort wählen zu können, unter mehreren Möglichkeiten, die alle sicher sind. Während ich mich zu Hause verängstigt fühle, ist das Geburtshaus ist ein Ort der Sicherheit. Ein Kompromiss: dank moderner Technik können erfahrene Hebammen die Herztöne des Kindes abhören, die Wehen manuell einleiten, zur Not einen Dammschnitt machen, wie damals, als Miss Bee im Mutterleib in Stress geriet, oder mich ins Krankenhaus überweisen. Ich fühle mich in guten Händen. Jetzt, erst jetzt, als die Hebamme nachhilft, setzen die Wehen ein.

Zwei Stunden im warmen Wasser und viele gute Worte und Ermutigungen seitens der Hebammen später, halte ich Little M zum ersten Mal in den Armen. Ein magischer Moment, in dem ich unendlich dankbar bin, zwei gesunde Töchter zu haben.

Im Jahr 2013 starben in Deutschland 29 Frauen nach den oben genannten Kriterien im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, das sind rund 4 Frauen je 100.000 Lebendgeborene. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der vergleichbare Wert noch bei 300 bis 350, er stieg dann bis 1929 sogar auf rund 550 gestorbene Mütter je 100.000 Lebendgeborene. Heute gehört Deutschland weltweit zu den Ländern mit der geringsten Müttersterblichkeit. (Quelle: Institut für Bevölkerungsforschung) Weltweit sieht es düsterer aus.. Für Säuglinge genauso.