Schlagwort: Project333

Im Kleiderschrank mit Marie Kondo

Wann immer ich etwas vor Miss Bee in Sicherheit bringen will, werfe ich es in den Kleiderschrank, auf das Regalbrett unter der Kleiderstange. Hier sind Dinge (noch) sicher vor ihr, hinter der einzigen Tür im ganzen Haus, die sie nicht allein auf machen kann. Das ist der Vorteil dieser Methode. Der Nachteil ist, dass meine Kleider sondern in der Regel nicht hängen auf ein Haufen aus musikalischen Geburtstagskarten, dem Fön, halb eingepackten Geschenken, Kugelschreibern und Lippenpflegestiften liegen – trotz regelmaessiger Aufräumaktionen.

Aufräumen nach Kategorien, nicht zimmerweise
Ob Marie Kondo mir helfen kann? Die Autorin des Buches Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert meint, dass eine einmalige Entrümpelungsaktion ausreicht um mich zu einem besseren ordentlichen Menschen zu machen. Weiterlesen

Mein einfacher Kleiderschrank im Winter

Letzte Woche stellte ich meine minimalistische Garderobe aus 33 Kleidungsstücken zum dritten Mal zusammen. Mittlerweile fühlt sich dieser Prozess einigermaßen normal an. Bahnbrechende Erkenntnisse gibt es heute mal keine. In drei Monaten ist das erste Jahr um, eine bessere Zeit, das Projekt Revue passieren zu lassen. Die Liste meiner Kleidungsstücke möchte ich gern mit Euch teilen.

Mehr zu meinem Projekt333:
Wie alles begann
Die Panik vor dem ersten Mal
Mein einfacher Kleiderschrank
SommerRückblick und WinterGarderobe

Meine minimalistische Wintergarderobe:

  1. Blaue Jeans (Bootcut)
  2. Blaue Jeans (Skinny)
  3. Blaue Jeans (straight)
  4. Hose (braun/blau gestreift)
  5. Hose (schwarz)
  6. Jeansrock
  7. Rock (schwarz)
  8. Stiefel (schwarz)
  9. Stiefel (braun)
  10. Halbschuhe (hellbraun)
  11. Ankleboots (grau)
  12. Pumps (schwarz)
  13. Baumwollkleid (rot)
  14. Cashmerekleid (beige)
  15. Kleid (schwarz/weiss)
  16. Pullover (rot)
  17. Baumwollpullover
  18. Strickjacke (rot)
  19. Strickjacke (schwarz)
  20. Langarmshirt (rot)
  21. Langarmshirt (schwarz)
  22. Bluse, weiss
  23. Bluse, blau
  24. Bluse, blau, weiß gepunktet
  25. Eulen-Shirt, grau
  26. T-Shirt (weiss)
  27. Mantel (blau)
  28. (Regen)Jacke (schwarz)
  29. Trenchcoat (schwarz)
  30. Schal
  31. Mütze
  32. Strumpfhosen
  33. Handtasche

Inspirationen und mehr über das Project333 findet Ihr hier: http://theproject333.com/

 

Mein einfacher Kleiderschrank – SommerRückblick und WinterVorschau

Dem Chaos im Kleiderschrank entkommen. Die tägliche Entscheidung: „Was ziehe ich heute an?“ vereinfachen. Verstehen, warum manche Kleidungsstücke ungenutzt im Kleiderschrank hängen, andere wiederum regelmässig getragen werden. Den Stil überdenken.

Seit sechs Monaten experimentiere aus den oben genannten Gründen ich mit einer einfacheren Garderobe. Gerade habe ich zum dritten Mal habe ich 33 Kleidungsstücke zusammen gestellt, die ich in den nächsten drei Monaten tragen werde. Wer lesen möchte, was bisher geschah liest hier, hier und hier.

Rückblick auf den Sommer

Wie auch beim ersten Mal fand ich es im Grunde genommen ganz einfach, mit 33 Kleidungsstücken aus zu kommen. Im Laufe der Zeit haben sich zwei Dinge aus meinen Kisten in die Garderobe geschlichen und sind irgendwie dort geblieben. Weiterlesen

Ein einfacher Kleiderschrank

KleiderschrankVor drei Monaten habe ich meinen Kleiderschrank auf 33 Kleidungsstücke verkleinert. Temporär; 3 Monate lang habe ich nun diese Kleidungsstücke getragen. Gestern ging das Experiment zu Ende. Zeit, Resümee zu ziehen.

Es ist ganz einfach
Ich wollte ausprobieren, ob eine kleinere Garderobe hilfreich für mich ist und besser verstehen, warum ich manche Dinge oft und gerne trage, andere wiederum als Fehlkäufe mitsamt dem schlechten Gewissen im Kleiderschrank Platz weg nehmen. Es hat einige Tage gedauert, die Kleidungsstücke auszuwählen, doch es ist sehr viel einfacher, Dinge erst einmal in Kisten zu verbannen als sie gleich weg zu geben. Das Weiterlesen

Ist Entrümpeln eine Umweltsünde? Oder: Wie Ausmisten anderen helfen kann

Während ich durch meine Gardrobe sortierte hatte ich immer wieder Kleidungsstücke in der Hand, die ich selten anhabe, manche trug ich nur ein oder zwei Mal. Fehlkäufe, die ich oft im Schlußverkauf zu einem herabgesetzten Preis oder Second Hand erstanden. Im Laden passte das Teil noch, zumindest so einigermassen, und vor allem für DEN Preis.

Es fällt mir schwer, mich von Dingen zu trennen. Natürlich weiß ich tief drin, dass ich besagte Kleidungsstücke in Zukunft nicht öfter tragen werde. Irgendetwas stimmt an ihnen für mich nicht – das Material, die Farbe, der Schnitt, die Passform. Dennoch – diese Dinge haben Geld gekostet und sind eigentlich noch in Ordnung (soll heißen – sie haben keine Löcher oder sind bis zur Unkenntlichkeit ausgewaschen) und ich denke, dass ich sie auftragen sollte anstatt sie „aus einer Laune heraus“ weg zu geben.

Besonders bei Kleidung, die ich mal günstig neu erstanden habe regt sich mein soziales Gewissen. Für dieses Kleidungsstück wurden unnötig wertvolle Ressourcen verschwendet, fruchtbarer Boden, sauberes Trinkwasser und Energie. Von den Arbeitsbedingungen einmal ganz zu schweigen. Ist es nicht ökologisch unverantwortlich, Dinge loszulassen, die ich sicherlicherlich irgendwann einmal  noch brauchen kann?

Drei Gedanken dazu:

  1. Einen Nutzen bringen bestimmte Dinge nur, wenn ich sie wegebe.
    Früher oder später brauche ich natürlich „neue“ Sachen, weil meine derzeitigen Lieblingsstücke aufgetragen sind. Dann könnte ich oben genannte Fehlkäufe auftragen. Wenn ich ehrlich bin werde ich das nicht tun; ich werde mir auch dann wünschen, schöne Dinge um mich und an zu haben. In meinem Kleiderschrank/Rumpelkammer nutzen diese Dinge niemandem. Dass „one woman’s trash is another woman’s treasure“ ist erlebe ich oft selbst, wenn ich nach Haushaltsgegenständen oder Kleidung suche. Schon oft habe ich mich über kaum getragene Sachen gefreut, die ich in einem Charity Shop / Second Hand Laden / auf dem Flohmarkt entdeckte – hätte die Besitzerin sie nicht frei gelassen, hätte ich mir besagtes Teil vielleicht neu kaufen müssen, einschließlich den oben genannte Umweltwirkungen. Gebe ich, findet jemand anderes einen kaum getragenen Hosenanzug / Hose in der richtigen Lange etc. Wegeben heisst auch Großzügigkeit üben.
  2. Entrümpeln hilft, bessere Konsumgewohnheiten zu formen.
    Ein übersichtlicher Kleiderschrank wird nicht unbedingt dazu führen, Fehlkäufe in Zukunft ganz zu vermeiden. Doch wenn ich nur noch Schönes im Schrank, in der Küche und im Wohnzimmer habe möchte ich, dass es schön bleibt. In den letzten Jahren habe ich mehr und mehr gelernt, qualitativ hochwertigere Dinge (oft gebraucht) zu kaufen. Im Zusammenhang mit dem Projekt333 und durch den tollen Blog IntoMind lerne ich die Ansprüche an meine Garderobe besser kennen und glaube, dass ich so in Zukunft gezielter/bewusster einkaufen werde.
  3. Dinge aufzubewahren / instandzuhalten / zu säubern etc kostet Zeit und Resourcen. Jedes Objekt in meinem Leben kostet in irgendeiner Form weitere Energie – meine Lebenzeit, Putzmittel, oder Geld es zu ersetzten oder zu reparieren, und wird früher oder später entsorgt, wenn nicht von mir, dann nach meinem Ableben von anderen. Es ist besser, es zu entsorgen, während es anderen noch Nutzen bringen kann.

Entrümpeln ist immer wieder ein Unterfangen, das mich Überwindung kostet. Über die Vorteile, auch für die Umwelt, zu reflektieren, hilft mir bei dem Prozess. Und ich bin froh, wenn ich auf dem Weg auch anderen helfen kann.

*Mir ist bewusst, dass Charity Shops nicht unumstritten sind; in der Vergangenheit habe ich schon oft Dinge auf freecycle verschenkt, oder auf Ebay Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt verkauft. Es gibt gezieltere Wege, auf denen man nicht mehr gebrauchte Dinge einem neuen Zweck zuführen kann.

Project333 – es kann losgehen

Startklar. Fast drei Wochen lang habe ich hin- und her überlegt, Bedenken gehabt, gelesen, und sortiert. Doch nun habe ich die 33 Kleidungsstücke ausgewählt, die mich bis Ende Juni begleiten werden. Die Regeln habe ich ein wenig passend gemacht. Für mich ist das Projekt333 nicht nur ein Experiment in Minimalismus; eines meiner Ziele ist auch, mich einfach schöner anzuziehen, daher habe ich mich entschieden, Gürtel und Schmuck nicht miteinzubeziehen. Ich möchte meine Gürtel spielerisch benutzen und wann immer ich dazu komme, Schmuck zu tragen bin ich immens stolz auf mich.

Bereits bevor das Projekt offiziell beginnt, habe ich viel über mich gelernt, mir meine Einstellung zu meiner Kleidung bewusster gemacht, und einigen emotionalen Ballast entdeckt. Als ich mich zuerst für das Projekt zu interessieren begann dachte ich nicht, dass ich Sachen weggeben würde (allerdings dachte ich auch, ich hätte ohnehin nur 40 Kleidungsstücke), und nun sind bereits zwei Tüten in einen Charity Shop gewandert.

Aber nun, tadaa, die 33 Kleidungsstücke:

 

1. Heller Trench coat*
2. Jacke
3. Blauer Blazer*
4. Schwarzer Blazer*
5. Blaue Ballerinas
6. Braune Pumps
7. Sandalen
8. Ankle boots
9. „Spielplatz“schuhe
10. Kleid – rot
11. Etuikleid
12. Schwarze Skinny Jeans
13. Dunkelblaue Jeans
14. Hellblaue Jeans
15. Blaue Hose
16. Strickjacke – rot
17. Strickjacke – blau
18. Lachsfarbendes Oberteil – ähem, meine Handtasche
19. Strickjacke – braun
20. Langarmshirt – grau
21. Langarmshirt – schwarz
22. Bluse – schwarz
23. Bluse – hellblau
24. Bluse – blau-weiß gestreift
25. T-Shirt – Ringel
26. T-Shirt – weiss
27. T-Shirt mit Reißverschluss
28. Ringellangarmshirt
29. Happy T-Shirt
30. Jeansrock
31. Sommerrock
32. Tuch – hellblau
33. Tuch – Blumen

*Die drei Jacken sind nicht auf dem Foto sondern gerade in der Reinigung.

 

Panik auf dem Schlachtfeld

Knapp 50 Kleidungsstücke liegen seit einigen Tagen in unserem Schlafzimmer herum. Bei ihrem Anblick überkommt mich ein Gefühl der Panik. Nicht, weil es aussieht als hätte eine Bombe eingeschlagen, sondern weil in wenigen Tagen mein erstes Project333 beginnt. Bis dahin muß ich meine Garderobe auf nur 33 Teile reduzieren, und nun bekomme ich Muffensausen.

Ich habe genügend Gründe, mich auf das Experiment einzulassen – nicht zuletzt einfach Neugier. Der Widerstand ist manchmal so stark, dass man meinen könnte, ich würde meine restlichen Kleidungsstücke davor schützen müssen, auf der Stelle verbrannt zu werden, nicht davor, für drei Monate in Kisten und Tüten aus meinem Blickfeld zu verschwinden.

Meine Hauptängste:

  • Nicht genug – habe ich wirklich genug Auswahl angemessener Kleidung sowohl fuer die Tage mit meinem Energiebuendel auf dem matschigen Spielplatz und fuer den Workshop, den ich für meinen Job besuchen werde? Muss ich noch oefter waschen als ohnehin schon?
  • Die falschen Sachen – nicht alle meine ‚Lieblingssachen‘ sind dabei, was, wenn ich sie vermisse? Was, wenn eine Hitzewelle kommt, oder ein ploetzlicher Kaelteeinbruch? Oder doch ein formelles Abendessen?
  • Zu wenig Farbe – um möglichst viele Kombinationsmöglichkeiten zu haben, habe ich mich auf wenige Farbschemen beschränkt. Wird mir meine Auswahl nicht doch zu düster, jetzt, wo es Frühling wird?*
  • Nicht die richtige Lösung – ich brauche eine persönliche Stylistin und eine komplett neue Ausstattung. Erst dann hätte ich Kleidung, die ich liebe und die mir wirklich gut steht. Denke ich manchmal. Leider sieht es nicht so aus, als ob eines der beiden Dinge in den nächsten drei Monaten passiert.
  • Das nagendes Gefühl, mich selbst um etwas zu betrügen – ist dieses Projekt nur ein anderer Weg, um mir selbst das Leben schwer zu machen? Ich möchte ein Leben in Fülle leben, und mir nichts versagen müssen.

Der letzte Punkt beschäftigt mich am Meisten – ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Minimalismus, und frage mich, ob ich mir durch das Projekt nicht einfach ein Stück Glück vorenthalte. Feel the fear and do it anyway – Project333 ist ein Experiment. Meine anderen Sachen nicht aus der Welt sondern nur einen Karton weit entfernt sind. Sollte ich wirklich etwas brauchen oder vermissen, werde ich darauf zugreifen können. Nun wieder auf in den Kampf; so schwer kann das ja nicht sein.

*Ich stellte auch fest, dass ich eigentlich sehr wenige farbige Kleidungsstücke habe, dafür, dass ich a) Farbe mag und b) sie weit besser an mir aussieht als schwarz oder grau.