Schlagwort: Vereinfachen

5 saucoole, megaeinfache Nachhaltigkeits-Hacks, die ich früher uncool fand

Nachhaltiger leben ist in vieler Hinsicht echt mühsam. Um verpackungsfrei einzukaufen muss man leere Glasgefäße weite Wege zum Unverpacktladen schleppen – und dann voll wieder zurück. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder besser noch zu Fuß. So wird der Einkauf zum Tagesprojekt. Im März regional und saisonal zu kochen bedeutet vor allem: Möhren, Möhren, Möhren. Flugreisen gehen nicht, Kaffee eigentlich auch nicht. Nachhaltig leben ist anstrengend und ziemlich spaßfrei – oder? Weiterlesen

Gedanken zwischen Umzugskartons

 

Kaum zu glauben, dass wir vor sieben Jahren mit ein paar Koffern umgezogen sind, sagt mein Mann, während er auf die Umzugskartons starrt. 26 sind es bis jetzt, und wir sind noch nicht fertig.

Ob das, was wir besitzen, nun viel oder wenig ist für eine 4köpfige Familie in West Europa weiß ich nicht. Wenn ich Nerven wie Drahtseile hätte, wäre dies eine gute Gelegenheit, unsere Dinge zu zählen, doch mit zwei Kindern ist es aufwändig genug, überhaupt Kisten zu packen.

Was mir auffällt

Ich kann mühelos fünf Kisten Spielzeug einpacken ohne dass wir es beim Spielen merken. Miss Bee malt, klebt, bastelt. Alle anderen Dinge werden phasenweise aus dem Regal heraus geholt. Little M hat ein kleines Körbchen mit Spielsachen, doch auch bei ihr merke ich, dass sie bereits zu viel zum Spielen hat. Weiterlesen

Chaosfreies Kinderzimmer = chaosfreie Wohnung?

In Großbritannien kann man auch fensterlose Räume als Schlafzimmer vermieten. Wir haben so ein Zimmer. Der Plan war, dass wir das Elternschlafzimmer in diesen düsteren Raum verlegen, sobald Miss Bee alt genug ist, um in einem eigenen Zimmer zu schlafen. Doch schnell stellte sich heraus, dass unser LerchenKind am Besten an einem Ort schläft, an dem sie nicht von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wird. Auch Mittags war es kein Problem für sie, dort einzuschlafen (für mich auch nicht).

Als Spielzimmer eignet sich dieses Zimmer natürlich nicht. Es ist ein Schlafort, in dem Stofftiere, ihre Kleidung, ihre Bücher, und, weil noch Platz ist, einige Bastelmaterialien wohnen. Gespielt wird, wo wir alle zusammen leben: im Wohnzimmer. Weiterlesen

#Konsumauszeit und Biedermeierlichkeit

Erst einmal: Wie läuft’s?
Tatsächlich konsumiere ich im wahren Leben während der Konsumauszeit weit weniger als vorher. Ich gebe weiterhin kräftig Geld aus (Schuhreperaturen, Leih- und Bestellgebühren in der Bibliothek, öffentliche Verkehrsmittel, usw.) schränke  aber Einkäufe tatsächlich stark ein, halte mich an meine Einkaufsliste (sonst falle ich im Supermarkt immer auf irgendwelche 2-for-1 Angebote rein). Meinen „Joker“ habe ich diese Woche eingesetzt und das Puppenhaus für Miss Bee gekauft, über eine Kleinanzeigenseite. Nach der nette Begegnung mit einer Familie in der Nachbarschaft, dachte ich, wie nett es doch ist, ein Individuum zu bezahlen, nicht irgendeinen großen Konzern.

Weiterlesen

#Konsumauszeit im November – die erste Woche

Sehr kurz nach der Veröffentlichung meines letzten Beitrags habe ich einen Termin am anderen Ende der Stadt. Kurz denke ich noch daran, rase dann aber ohne Snack/Mittagessen und ohne Trinkflasche aus dem Haus – keine Zeit mehr. Es kam, wie es kommen musste, und kurz vor dem Termin landete ich in einen kleinen Convenience Store und holte eine Plastikflasche (Einweg natürlich, wir sind ja nicht in Deutschland) Wasser und einen Croissant. Die Rebellin in mir grinste, und dachte: Ha, Verbotenes macht tatsächlich mehr Spaß.

Die vernünftigere Seite dachte: Genau darum geht es bei dieser Konsumauszeit: Mit etwas mehr Plan hätte ich diesen Müll vermeiden können.

Gesünder, günstiger, müllärmer und schneller

Ich hätte ich zu Hause meine Wasserflasche auffüllen, ein Stück Obst und ein paar Nüsse in meine Tasche werfen und mitnehmen können.

Jetzt bin ich schon so lange auf dem Weg der Vereinfachung unterwegs, aber manchmal setze ich immer noch „neu kaufen“ mit der einfachsten Option gleich. Oft entscheide ich mich dagegen, komme ohne aus, mit einem gebrauchten oder geliehenen Gegenstand, aber wie sehr dieser Glaubenssatz noch verankert ist habe ich in der vergangenen Woche gemerkt.

  • Neue Klamotten sind besser als Gebrauchte.
  • Essen außer Haus ist besser als Mitgebrachtes.
  • Neue Schuhe sind besser als das Besohlen der Alten.
  • Wild schäumendes Duschgel in pinker Plastikflasche ist besser als ein Seifenstück.
  • …..

Ist doch komisch, dass viele von uns immer noch glauben Mineralwasser sei Leitungswasser in irgendeiner Hinsicht überlegen. (Ich übrigens nicht.)

Werbung ist überall. Ich kann Frauenzeitschriften liegen und den Fernseher ausgeschaltet lassen: Auf meinem Arbeitsweg komme ich an mehreren Werbetafeln vorbei, die größer sind als unsere Wohnung und die mir mitteilen, dass der Kaffee woanders schöner dampft als Zuhause und ich unbedingt ein neues MakeUpProdukt, tolles Auto oder irgendein Gadget brauche.

“Wir kommen nicht mehr zur Ruhe, den wo wir stehen, gehen oder auf ein Display schauen, ereilen uns neue Angebote der Selbstverwirklichung, die zur Kenntnis genommen und genutzt werden wollen. Unter dem Regime der Zeitknappheit hat das Wachstum der individuellen Möglichkeiten einen verheerenden Preis, nämlich Oberflächlichkeit – und die macht niemanden glücklich, sondern befördert den Burnout.” Niko Paech (via Gabi Raeggel)

Konsumdruck ist real. Das heißt nicht, dass ich ihm nachgeben muss, aber ohne Aufmerksamkeit geht gar nichts. Gabi schrieb neulich in einem Beitrag zu Statussymbolen, Konsumdruck und Achtsamkeit, dass sie zwei mögliche Reaktionen beobachtet: alles mitmachen, oder alles ablehnen. Die Mitte liegt irgendwo dazwischen, nämlich „im Einzelfall genau hinzuschauen und zu nach zu spüren: Was brauche ich wirklich? Oder was brauche ich auch nicht?“

Gestern brachte ich mehrere Paar Schuhe zum Schuster. Das wollte ich schon länger. Ich kaufe mir keine neuen Schuhe, bezahle aber für eine Dienstleistung. Frau DingDong braucht einen neuen Pullover; geschenkt während der Konsumauszeit ist besser als neu gekauft danach stellen wir auf Twitter fest. Kaffee – ob in einem Cafe oder to go – gibt es bei mir so selten, dass es bei mir unter Aktivität oder Erlebnis, gar „Wellness“ läuft, bei anderen ist es eine unnötige Ausgabe. Was passt dann noch in die Konsumauszeit? Geht es darum, kein Geld auszugeben, oder darum, nichts „Neues“/GebrauchtNeues anzuschaffen?

Mir geht es darum, Impulse zu erkennen. Noch genauer hinzusehen, an welchen Stellen ich denke, Konsum ist die Lösung, für die „Herausforderung“, vor der ich stehe – sei das ein Wocheneinkauf, ein Laternenumzug oder das tägliche Mittagessen. Oft handele ich entgegen dem ersten Impuls – neu, viel und mehr – aber manchmal halte ich meine Lösung – gebraucht, ausreichend und weniger – für die Zweitbeste.

Weniger mehr sein zu lassen kann man üben, und das mache ich jetzt.

Konsumauszeit im November

Konsumauszeit im November – ernsthaft? In diesem Jahr wollte ich mit guter Planung dem Vorweihnachtsstress entgehen. Voller Tatendrang schon im November alle Geschenke kaufen und sonstige Weihnachtsvorbereitungen treffen. Als ich das erste Mal von Apfelmädchen und sadfsh #Konsumauszeit las war deshalb klar, dass das nichts für mich ist. Extern gesetzte Challenges kommen nicht zur richtigen Zeit, und überhaupt, wie soll das gehen als Familie in der VorVorweihnachtszeit?

Konsumauszeit… kann nicht schaden

Doch dann… machen andere Familien auch mit, Bloggerinen mit größeren und komplexeren Familien als ich sie habe. Und mal ehrlich, gut gebrauchen kann ich eine solche Challenge immer mal wieder. Zwar habe ich nicht übermässig konsumiert, aber auch nicht besonders kritisch. Urlaubslaunen, Umstandsmode und immer öfter das Sandwich in der Mittagspause. Ich tappe noch immer oft in die Kinderbuch- und die SpielsachenKauffalle. Auch von zero waste bin ich dank Trägheit und mangelder Planung gerade weit entfernt. Bewusster geht noch, auch wenn es der Geldbeutel nicht verlangt. Weiterlesen

Langfristige Erfolge mit Marie Kondos Magic Cleaning

Marie Kondos Magic Cleaning Methode verspricht, dass man nie wieder aufräumen muss, wenn man einmal nach der Methode ausgemistet hat. Ist unser Heim sechs Monate nach Abschluss meines eigenen Magic Cleanings eine Oase der Ruhe und Ordnung ohne jeglichen Überfluss und voller Dinge, die mich bei ihrem Anblick mit Freude erfüllen?

Ja, und nein.

Alte Gewohnheiten sterben langsam
Wer heute in unserer Wohnung kommt wird nicht vor lauter Sauberkeit umkommen. Auch nach einem gründlichen Ausmisten muss man täglich all jene Dinge wieder an ihren Platz zurückstellen, die man benutzt hat – Wassergläser, Zahnbürste – als auch Dinge entsorgen, die ihren Zweck getan haben – Tomatendosen, Einkaufszettel etc. Auch wenn ich in dieser Hinsicht Fortschritte gemacht habe fällt mir das erstaunlich schwer. Ich bin nicht von Natur aus ordentlich und werde dazu noch oft genug mitten in einer Aufgabe unterbrochen („Huuuungeeer!“ „Mama, ich muss Pipi (…). Nein, du musst mitkommen!“), sodass oft irgendetwas irgendwo liegen bleibt.

Marie Kondo hat keine Kinder und einen wohlerzogenen Partner
Ich jammere auf hohem Niveau – ich habe nur ein Kind, und Miss Bee ist wahrlich keine Sammlerin, aber WAS DIESE KINDER ALLES ANSCHLEPPEN: Papierkram aus dem Kindergarten, Gebasteltes aus Recyclingmaterialien, Plastikgeschirr, -obst, -figuren, Billigstifte und allgemeinen Ramsch, den sie irgendwo geschenkt bekommen. Dazu wachsen sie immerzu aus irgendetwas – Klamotten, Spielsachen, Bücher – raus, was man dann ersetzen muss. Einmal aufgeräumt, immer aufgeräumt ist jedenfalls was Anderes. Heute glaube ich, dass man in einem Haushalt mit Kindern mit einer gewissen Unordnung leben muss. Weiterlesen