Gedanken zwischen Umzugskartons

 

Kaum zu glauben, dass wir vor sieben Jahren mit ein paar Koffern umgezogen sind, sagt mein Mann, während er auf die Umzugskartons starrt. 26 sind es bis jetzt, und wir sind noch nicht fertig.

Ob das, was wir besitzen, nun viel oder wenig ist für eine 4köpfige Familie in West Europa weiß ich nicht. Wenn ich Nerven wie Drahtseile hätte, wäre dies eine gute Gelegenheit, unsere Dinge zu zählen, doch mit zwei Kindern ist es aufwändig genug, überhaupt Kisten zu packen.

Was mir auffällt

Ich kann mühelos fünf Kisten Spielzeug einpacken ohne dass wir es beim Spielen merken. Miss Bee malt, klebt, bastelt. Alle anderen Dinge werden phasenweise aus dem Regal heraus geholt. Little M hat ein kleines Körbchen mit Spielsachen, doch auch bei ihr merke ich, dass sie bereits zu viel zum Spielen hat.

Es gibt sehr viele Kisten mit der Aufschrift Kinderbücher. Wir bekommen viele Bücher geschenkt, oder ich lasse zu Spontankäufen hinreißen. Ich habe viele deutsche Bücher gekauft, mit dem Ziel, Miss Bee die Sprache näher zu bringen. Mit gemischtem Erfolg. Der zweisprachige Kindergarten, in den sie gehen wird, kann das vielleicht besser.

Bea Johnson kann ihre gesamte Garderobe in einem Carry On Gepäckstück mitnehmen, wenn sie verreist. Das finde ich so toll. Meine passt immerhin in einen großen Koffer und zwei Kartons. Ich mag alle Kleidungsstücke, daher ist der Vorsatz, die Garderobe nach und nach weiter zu verkleinern, so wie es der Verschleiß will.

Ich merke wieder: Es geht nicht um das wie viel, sondern um das was. Mit 100 persönlichen Gegenständen würde ich auskommen, aber schöner ist es mit Mehr. Familienfotos, Pflanzen, Kerzen.

Beständig aussortieren gegen das Gerümpel des Alltags

Natürlich nutzen wir die Gelegenheit, Dinge aus zu sortieren die wir nicht mehr brauchen, aus Ecken, die wir nicht jeden Tag benutzen. Es gibt aber wenig, denn seit der großen KonMari Aktion im letzten Jahr haben wir eine Outbox, oder genauer zwei, in die wir all das legen, was uns im Alltag zwischen die Finger kommt und das wir nicht mehr brauchen, verwenden und kaputt ist. Kinderkleidung, unsere Kleidung, Spielsachen, Bücher, kommen in eine große Papiertüte. Ist sie voll, leere ich sie und gebe die Dinge direkt im Charity Shop ab. Der hat auch ein Recycling Programm für Textilien, sonst würde ich mich kaum trauen, meine Sachen dort abzugeben.

Für diese Dinge die immer mal wieder anfallen („Sondermüll“ wie abgelaufene Medikamente und kaputtes Elektrozeug, ausgelesene Bibliotheksbücher) gibt es einen Korb im Hausflur. Jedes Mal, wenn ich aus dem Haus gehe oder nach Hause komme sehe ich diese Dinge. Das ist ausreichend nervig, um sie nicht zu lange unerledigt zu lassen.

So sehr mich die Anzahl der Kartons einerseits erstaunt, so positiv überrascht bin ich davon wie wenige Dinge wir besitzen die wir weder mögen noch brauchen. Das finde ich schön. Und ich freue mich darauf, sie im neuen Heim wieder zu sehen.

2 Kommentare

  1. So sehr ich mich momentan freue, dass wir ganz unverhofft zu einem Haus gekommen sind und dort nächstes Jahr einziehen – so sehr graut es mir davor umzuziehen bzw. ich habe dann auch Sorge, dass der Mehrplatz schnell voll wird. Momentan mit noch Baby (immer mehr Kleinkind) finde ich es noch anstrengend regelmäßig auszusortieren, geschweige denn zu putzen. Wir zwei Erwachsen würden echt mit wenig auskommen (bzw. tun das teilweise auch – mein Mann mehr als ich, und gleichzeitig habe ich auch weniger, als die Durchschnittsfrau). Was mit einem Kind alles so an Kleidung kommt und z.T. irgendwie wieder auch geht, und doch vieles bleibt. Da habe ich meinen Weg noch nicht gefunden.
    Alle Kleidung, die ich besitze mag ich auch, darunter sind aber auch noch einige Sachen, die mir nicht mehr passen. Weil ich sie aber so sehr mag oder liebe, mag ich sie nicht weggeben… Manchmal beißt sich die Katze in den Schwanz.
    Dass du mit dem Mehr an Sachen zufrieden bist, weil sie euer Leben schöner machen, das hört sich doch gut an!
    lg Nanne

    • Liebe Nanne
      Wie schön, dass Ihr ein neues Nest gefunden habt. Ich habe für die Kleine am Anfang an viel zu viel gekauft, Spielsachen, Kleidung, Zeug, und auch viel für Nummer 2 aufgehoben. Langsam pendelt es sich ein. Erstaunlich ist, dass Miss Bee noch nach keinem ihrer Spielsachen gefragt hat. Wir haben nur ihre Mal- und Bastelsachen sowie Bücher ausgepackt. Sie scheint noch nichts zu vermissen.
      Ansonsten kann ich einen Babysitter für die Zeit des Packens nur empfehlen, oder Dein Mann und Du wechselt Euch ab.
      Ganz liebe Grüße
      Daija

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