Wird man mit dem Aufräumen nie fertig?

Vor nunmehr zwei Jahren habe ich unsere Wohnung einmal komplett nach der KonMari Methode entrümpelt. Bin ich nun, wie Marie Kondo verspricht, für immer mit dem Aufräumen durch?

Ja, und nein.

Zu keinem Zeitpunkt könnte hier “Schöner Wohnen” vorbei kommen um für ihre nächste Ausgabe Fotos in der gesamten Wohnung schießen. Wir leben als Familie mit zwei kleinen Kindern zusammen, und das sieht man auch. Immer. Ein Platz für alles und alles an seinem Platz, ist die goldene Regel der Ordnung. Der erste Teil funktioniert hier gut, der zweite weniger. Unser Alltag funktioniert nicht so, dass ich jedes Teil sofort nach der Benutzung zurückstelle. Ich bin eher pünktlich als ordentlich, und so ist es mir wichtiger, rechtzeitig im Kindergarten zu sein, als die Bürste wieder ins Badezimmer zu bringen. Auch räume ich “mal schnell” den Klebstoff zwei Regelböden höher, damit Little M ihn nicht austrinkt, oder schmeiße alles, was in einen anderen Raum gehört in einen Wäschekorb, um es später weg zu räumen (die Wäschekorb-Methode erklärt Dir Fräulein im Glück Birgit).

Wir haben mehr Zeug als ein Single Mitte 20, und natürlich auch als viele Familien rund um die Welt. Manchmal empfinde ich das als Zuviel. Wenn unsere Küche ein Minenfeld aus Plastikeiern ist oder Miss Bee kurzerhand ihre Perlen auf dem Teppich ausgießt, damit sie einen besseren Überblick hat, möchte ich einen großen Sack nehmen und alle Spielsachen weg schmeißen. Doch solange Spielsachen regelmäßig bespielt werden, bleiben sie.

Vieles gibt es hier aber nicht mehr:

Natürlich ginge von allem auch weniger. Würde ich öfter waschen, bräuchten wir weniger Kleidung. Ich bewahre zu viel Geschenkpapier auf, mit dem man noch mal basteln könnte. Wir haben ein paar Boxen mit Kinderbildern und Babykleidung. Doch grundlegend hat sich etwas geändert.

Fertig aufräumen – geht das wirklich?

Ich kaufe weniger, und versuche, Geschenke zu beeinflußen. Ich gebe (notfalls auch schmeiße) Dinge entschiedener weg als zuvor. Früher dachte, es wäre umweltfreundlicher, Dinge „für den Fall“ aufzubewahren. Dann müsste ich nichts Neues kaufen, wenn ich es einmal bräuchte. Das Ding ist: wir brauchen so viel weniger als wir denken. Und mein Horten bedeutet auch, dass diese Ressourcen vielleicht woanders fehlen. Wenn ich diese Dinge nicht verschenke oder verkaufe, muss sie jemand anders vielleicht neu kaufen.

Früher bin ich oft nervös durch mein Heim gelaufen und habe entweder “entrümpelt” oder daran gedacht, dies unbedingt tun zu müssen. Das ist heute anders. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Es ist Raum für was anderes.

Trotzdem mache ich gern bei Entrümpelungschallenges mit. Warum? Sogar Aufräumexpertin Marie Kondo geht einmal jährlich ihre gesamte Wohnung durch. Bei uns kommt vieles durch die Kinder in die Wohnung, hauptsächlich Kleidung, Spielsachen, Papier. Plastikschlangen als Mitbringsel von Geburtstagsfeiern. Freebies, die ich selbst ablehnen kann, nimmt meine 4jährige Tochter gern mit.

Natürlich bin ich auch weit davon entfernt, perfekt organisiert zu sein. Bücher sind meine Schwäche. Reparaturarbeiten, wie Löcher stopfen, Zerbrochenenes zusammen kleben, oder auch Recyclingfähiges wegbringen, schiebe ich gern auf. Eine große Aufräumaktion gibt mir auch die Gelegenheit, darüber zu reflektieren, ob das, was ich besitze, immer noch das ist, was meinen Bedürfnissen und Lebensumständen entspricht.

In diesem Sinne, die Hoffnung auf ein geordnetes Zuhause nie aufgeben,
Daija

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