Die perfekte Instagram-Frau und ich

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Zwischenmahlzeit, ganz ohne Superfoods, und mit Gluten!

In London gibt es einige der teuersten Werbeflächen der Welt. Bis vor Kurzem bin ich dem Weg zur Bushaltestelle und zum Supermarkt an Bildschirmen vorbei gekommen, die sich für £2500 pro Quadratmeter am Tag mieten lassen*. Sie zeigen in der Regel schnelle Autos und makellos schöne Menschen.

Diese Bilder verstärken unsere Tendenz, mit dem zu ringen, wie wir wirklich sind. Es gibt eine Flut an Bildern, die uns zeigen, wie wir sein könnten, wenn wir uns nur genug Mühe gäben. Sehen wir solche Bilder in Hochglanzmagazinen oder auf Werbetafeln wissen wir, dass dahinter eine Horde Make-up Artisten, Stylisten, professionelle Fotografen und teure Bildbearbeitungssoftware steckt. Wir wissen, dass die Macher Geld verdienen wollen, in dem sie uns ein Produkt verkaufen, dass uns Glück verspricht, und das dieses Glücksversprechen nicht einhält.

Instagram – Spontane Schnappschüsse oder gekonnte Inszenierungen?

Instagram dagegen verspricht spontane Schnappschüsse von Menschen wie Dir und mir. Wie viel Arbeit und Inszenierung in diesen “Schnappschüssen” steckt sehen wir nicht. Weiterlesen

Ankommen, äußerlich

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Kinderlachen. Babyweinen. Hundegebell. Rasenmähen. Das Rauschen der Birkenblätter. Ab und an ein Auto. Es ist so ruhig hier, im Garten unseres neuen Heims, dass mir nach 15 Jahren Großstadtleben ganz mulmig zumute ist. Als könne ich dieser neuen Ruhe nicht trauen.

Eigentlich dachte ich, ich sei so etwas wie ein Umzugsprofi. Mein 17. Umzug in 20 Jahren war es. Die vier Jahre in unserer dunklen Kellerwohnung waren die längste Zeit an einem Ort, seit ich aus meinem Elternhaus auszog. Doch mit Kindern umzuziehen ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung.

Mr Handsome ist mit den Mädchen auf dem Spielplatz. Das Haus noch voller gepackter Kartons, und weitgehend ohne Möbel. Sieben Jahre lang haben wir in komplett möblierten Wohnungen gelebt. Das war praktisch, doch vielleicht auch ein Grund dafür, dass wir uns nie richtig zu Hause gefühlt haben. Im Moment picknicken wir im Garten oder auf dem Küchenfußboden, essen aus Servierschalen Pasta und aus Tassen Müsli. Heute kommt der Küchentisch. Ein massives Stück. Der Küchentisch ist für mich ein Ort des Zusammenseins. Mit der Familie. Oder im Studium mit Freunden und einer Flasche Rotwein. Vielleicht hilft er mir, hier an zu kommen?

Ich brauche dringend diese Pause. Wir improvisieren alles, Essen, Schlafen, Spielen. Das finde ich mit den Kindern gerade anstrengend. Wir kennen in der Gegend noch niemanden für Play Dates, die Miss Bee bei Laune halten. Little M entdeckt ihre Mobilität, sie will sitzen, krabbeln stehen. Und ist frustriert, wenn es nicht so klappt, wie sie es sich vorstellt. Sie wird gern getragen oder stehend gehalten. Nicht optimal, wenn man versucht, Umzugskartons aus zu packen.

Mir bleibt, tief durch zu atmen, durch das Chaos hin durch zu sehen und zu akzeptieren, dass ich nicht immer ruhig bleiben kann. Vielleicht auch nicht muss; ein bisschen Unperfektheit hat noch keinem Kind geschadet. Oder so.

Home is where the heart is, sagt man hier. Ich glaube, Herz und Seele brauchen immer eine Weile, um an zu kommen.

Gedanken zwischen Umzugskartons

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Kaum zu glauben, dass wir vor sieben Jahren mit ein paar Koffern umgezogen sind, sagt mein Mann, während er auf die Umzugskartons starrt. 26 sind es bis jetzt, und wir sind noch nicht fertig.

Ob das, was wir besitzen, nun viel oder wenig ist für eine 4köpfige Familie in West Europa weiß ich nicht. Wenn ich Nerven wie Drahtseile hätte, wäre dies eine gute Gelegenheit, unsere Dinge zu zählen, doch mit zwei Kindern ist es aufwändig genug, überhaupt Kisten zu packen.

Was mir auffällt

Ich kann mühelos fünf Kisten Spielzeug einpacken ohne dass wir es beim Spielen merken. Miss Bee malt, klebt, bastelt. Alle anderen Dinge werden phasenweise aus dem Regal heraus geholt. Little M hat ein kleines Körbchen mit Spielsachen, doch auch bei ihr merke ich, dass sie bereits zu viel zum Spielen hat. Weiterlesen

Unser Wochenende in Bildern, 9./10. Juli 2016

Beim Wochenende in Bildern habe ich schon lange nicht mehr mitgemacht. Doch dank einer Fotochallenge habe ich die Kamera gerade öfter in der Hand und viel Lust zu fotografieren. Auch Wochenendnormalität. Enjoy!

Samstag

Zum Frühstück gibt es Brot mit Erdnussbutter und einen Beerensalat, den ich zwar zubereite, von dem ich aber nicht mehr viel abbekomme. Muttersein.

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Wie jeden Samstag gehe ich vormittags zum Pilates. Als ich zurück komme, fahren Miss Bee und Mr Handsome in die National Gallery, um sich die Impressionisten anzusehen. Mein Plan ist es, mich mit Little M auszuruhen. Die Zähne machen uns einen Strich durch die Rechnung, sie kann nicht einschlafen. Weiterlesen

Eine Achtsamkeitsübung zur Umgebung

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Eine einfache Achtsamkeitsübung kann Dir helfen, solche Schönheit im Alltag wahrzunehmen

Bei schönem Wetter gehe ich mit Little M in den Holland Park, einen der schönsten Parks Londons. Es gibt dort einen Hain, Spiel- und Sportmöglichkeiten und den Kyoto Garden, einen wunderbaren japanischen Garten, der auch Touristen in den Park lockt. Ich sitze gern auf einer Bank am Rande eines formalen Bepflanzung, die inmitten des Parks liegt. Zum people watching gibt es keinen besseren Ort.

Bei unserem letzten Besuch beobachtete ich:

Eine junge Frau führt zwei Hunden an der Leine. Mit Kopfhörern bestückt und sportbeschuht schaut sie mehr auf ihr Smartphone als auf ihre Umgebung. Forschen Schrittes und zielgerichtet treibt sie die Hunde durch den Garten. Weiterlesen

Die Mutterglück-Lüge von Sarah Fischer {Buchbesprechung}

Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich für eine Mutter alles – nicht zum Guten, argumentiert Sarah Fischer in Die Mutterglück-Lüge: Regretting Motherhood – Warum ich lieber Vater geworden wäre. Mutter werden bedeutet in ihren Augen hauptsächlich Verzicht. Leider bemerkt sie das erst, nachdem sie mit knapp 40 ihre Tochter bekommt.

Warnende Stimmen gab es vor der Geburt genug. Sarah Fischer liebt ihr Leben, ihren Partner und ihren Job als freiberufliche Vortragsreferentin. Auf zahlreichen Reisen beobachtete sie, dass Frauen in vielen Ländern quasi bei der Feldarbeit ihr Kind bekommen und dann damit weiter machen als wäre nichts passiert (nach zwei unkomplizierten Geburten bezweifele ich das ja). So ähnlich stellt sie sich das Kinderhaben auch vor. Und nur, weil ein Baby bei anderen das Leben auf den Kopf stellt, muss es bei ihr noch lange nicht so sein.

Können Mütter ein eigenes Leben haben?

So versucht Sarah Fischer, ihr Leben nach der Geburt ihrer Tochter Emma so weiter zu leben wie bisher. Weiterlesen