Wochenbett gone wrong, oder: warum es hier so still ist

Little M ist gerade zwei Monate alt geworden. Sie ist ein friedliches, pflegeleichtes Baby, das viel schläft. Zum Glück, denn als 10 Tage nach der Entbindung meine Lymphknoten am Hals immer noch geschwollen waren, ging ich zu meiner Hausärztin. Sie stellte mir eine Eilüberweisung zum HNO-Arzt aus. Nur zur Sicherheit. Das war das Ende des Wochenbetts und der Anfang einer Reihe von zeitaufwändigen Untersuchungen im Krankenhaus. Das wird in den folgenden Monaten, nach der Diagnose, dank einer aufwändigen Therapie, leider auch so bleiben,

Wer mehr wissen will schaut auf meinem Tagebuchblog vorbei, a hummingbird’s journey. Ganz anderes Thema als hier, aber wer mag, kann gern mitlesen, wie es mir in den nächsten Monaten geht.

Hier wird es weiter gehen, nur wann, das weiss ich noch nicht.

Bis dahin wünsche ich Euch schöne Frühlingstage.
Daija

Zwei Mal richtig Glück gehabt – Dankbare Gedanken zur Geburt

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„Deine Geburt war selbstverständlich. Auf einmal warst Du eben da. Dein Bruder hatte die Nabelschnur um den Hals, sein Gesicht war blau, als er auf die Welt kam. Glück gehabt, dachten wir. als einige Jahre A. auf die Welt kam, waren wir dankbar: Drei gesunde Kinder.“ – Mein Vater

Im vergangenen Jahr verloren zwei meiner Freundinnen ihre Babys. Eine gebar ein Sternenkind, die Andere verlor kurz ihre Tochter kurz nach ihrem ersten Geburtstag. Leben, auch Kinderleben, ist alles andere als selbstverständlich.

Vor der Geburt von Little M hatte ich Angst vor zwei Dingen. Einmal davor, dass die Geburt so schnell voranschreitet, dass wir keine Zeit hätten, Miss Bee rechtzeitig von Freunden abholen zu lassen, oder dass sie, einmal dort, große Sehnsucht nach uns hätte und ihren Gastgebern das Leben zur Hölle macht, weil sie die unbekannte Situation überfordert. Zum Anderen hatte ich Angst, dass Little M auf ihrem Weg in die Welt etwas passieren könnte.

Beide Bedenken bewahrheiteten sich nicht. Meine Fruchtblase platzte mitten in der Nacht, doch Wehen stellten sich nicht ein. Viele Stunden vergangen, bevor ich meine Freundin bat, Miss Bee abzuholen. Mehr Ruhe und ein Spaziergang würden helfen, so hoffte ich. Trotz der unterstützenden Worte der Hebammen verunsicherte mich der unvermutete Geburtsverlauf. In Kombination mit den traurigen Erfahrungen des letzten Jahres geriet ich ausreichend in Panik.

Auch ohne Wehen machten Mr Handsome und ich uns am frühen Abend auf den Weg ins Geburtshaus. Im Taxi denke ich an all die Geburtsgeschichten, die Social Media anspülte, schöne Geschichten und Bilder von selbstbestimmten Geburten. Unassistierte Hausgeburten, ohne Hebamme. Das geht ja alles, schließlich sind Geburten etwas ganz Natürliches. So natürlich, dass viele Frauen auch heute noch daran sterben.

Ich denke darüber nach, wieviel Glück ich habe, den Geburtsort wählen zu können, unter mehreren Möglichkeiten, die alle sicher sind. Während ich mich zu Hause verängstigt fühle, ist das Geburtshaus ist ein Ort der Sicherheit. Ein Kompromiss: dank moderner Technik können erfahrene Hebammen die Herztöne des Kindes abhören, die Wehen manuell einleiten, zur Not einen Dammschnitt machen, wie damals, als Miss Bee im Mutterleib in Stress geriet, oder mich ins Krankenhaus überweisen. Ich fühle mich in guten Händen. Jetzt, erst jetzt, als die Hebamme nachhilft, setzen die Wehen ein.

Zwei Stunden im warmen Wasser und viele gute Worte und Ermutigungen seitens der Hebammen später, halte ich Little M zum ersten Mal in den Armen. Ein magischer Moment, in dem ich unendlich dankbar bin, zwei gesunde Töchter zu haben.

Im Jahr 2013 starben in Deutschland 29 Frauen nach den oben genannten Kriterien im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, das sind rund 4 Frauen je 100.000 Lebendgeborene. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der vergleichbare Wert noch bei 300 bis 350, er stieg dann bis 1929 sogar auf rund 550 gestorbene Mütter je 100.000 Lebendgeborene. Heute gehört Deutschland weltweit zu den Ländern mit der geringsten Müttersterblichkeit. (Quelle: Institut für Bevölkerungsforschung) Weltweit sieht es düsterer aus.. Für Säuglinge genauso.

Treibholz – Lieblingslinks zu Minimalismus, im Kopf

Lange Zeit war ich zyklische Entrümpelerin. Nach dem Ausmisten war vor dem Ausmisten. Christoph fasst fünf Strategien zusammen, wie Du nach dem Entrümpeln nicht wieder mit dem Zurümpeln anfängst

Minimalismus in der Partnerschaft: So funktioniert es bei Apfelmädchen & sadfsh

Kopf ausmisten, Konmari Style: Marie Kondo on decluttering the mind

Mein Werkzeug der Wahl ist das Tagebuch. Weitere Routinen gibt es hier 5 Routines To Clear Mental Clutter

Aufräumen ist angesagt. Zum Schluss noch ein schönes Plädoyer dafür, das Aufräumen einfach sein zu lassen:
Wir können der Ordnung jeden Tag ganz hartnäckig hinterher laufen. So wie wir manchmal den fatalen Fehler machen von Wochenende zu Wochenende zu leben. Aber das Leben ist jetzt. Und hier. Und ihm ist es egal, wie ordentlich es ist.
Das Leben ist jetzt. Und hier.

Wenn Mütter bereuen. Buchbesprechung Regretting Motherhood von Orna Donath

„RegrettingMotherhood – Wenn Mütter bereuen“ – Im vergangenen Jahr gab es unter diesem Schlagwort um eine Studie von Orna Donath eine rege Debatte um Reue in der Mutterschaft. Jetzt ist die Studie auf deutsch erschienen und in den Medien, auf social media und auf Blogs beginnt die Diskussion um das Tabuthema erneut.

Eine explorative Studie über ein verbotenes Gefühl

In Regretting Motherhood: Wenn Mütter bereuen fasst die israelischen Soziologin Orna Donath die Ergebnisse einer explorativen Studie zusammen, in der sie 23 Frauen zwischen 26 und 73 Jahren befragte, die es bereuen, Mutter geworden zu sein. Weiterlesen

Treibholz – Lieblingslinks zum achtsamen Leben mit Kindern

Raus aus dem Autopiloten-Modus: heute gibt es Links zur Achtsamkeit im Leben mit Kindern.

Ein gute Einführung in das Thema gibt der Artikel und das Interview mit Lienhard Valentin: Achtsamkeit in der Erziehung.

In diesen weniger liebenswerten Momenten… schreibt Anna auf Eltern vom Mars über ihren Umgang mit den starken Gefühlen ihrer fast vierjährigen Tochter: „Ja, auch meine Tochter ist mal mürrisch, mal verärgert, mal frustriert oder auch aufgewühlt, weshalb sie uns Eltern, ganz besonders in diesen Momenten brauchen um sie zu „halten“, sie anzunehmen, ihr zu vergeben, sie zu ermutigen, ihr den Weg zu weisen und das Gefühl zu geben, sie bedingungslos zu lieben. Jeden Tag.“ Doch das bedeutet nicht, dass wir perfekte Eltern sein müssen.

Noch ein Beitrag zu starken Gefühlen bei Kindern: Warum gängige Strategien wie Lösungen anbieten, ablenken, Kleinreden – Kindern nicht unbedingt dabei helfen, ihre Emotionen besser zu verstehen und was wir statt dessen tun können: „Trost macht Kinder stark“

10 Dinge, die Dein Familienleben nachhaltig entspannen fasst Danielle auf „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“ zusammen.

Little M ist da

DSC_0520Fast eine Woche nach dem errechneten Termin machte sich Little M auf den Weg in unsere Welt. Seit Sonntag geniessen wir das Wochenbett mit der Kleinen. Wir sind wohl auf, aber wundert Euch nicht, wenn es auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, denn einhändig tippen ist noch nicht meine Stärke 😉

Herzliche Grüße
Daija

Buchbesprechung Sarah Schill – Anständig leben

Wenn Sarah Schill in „Anständig leben: Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine“ ihre Lebenssituation beschreibt, finde ich mich in vielem wieder. Ich habe kein Auto, keinen Wäschetrockner, ein Mann, ein Kind und lebe in einer zugigen Altbauwohnung. Und, wie der Autorin, beschert auch mir eine Berechnung meines ökologischen Fußabdrucks einen Schock. Der ökologischen Fußabdruck des Durchschnittsdeutschen liegt bei 5.1ha, Sarah Schills bei 5.32ha, mein eigener, dank des alljährlichen Langstreckenflugs über den grossen Teich um die Familie meines Mannes zu besuchen, bei über 6ha. Wir bräuchten fast drei Erden wenn jeder so leben wollen würde wie der Durchschnittsdeutsche es derzeit tun, 4, wenn jeder wie ich einmal im Jahr auf einen anderen Kontinent fliegen würde. 1,8 ha wäre ein fairer Fußabdruck, der allen Menschen auf der Welt zu stünde, ohne das wir dabei unsere Erde zugrunde richten.

Ein Selbstexperiment zum besseren Leben in drei Akten
Nach ihrer Berechnung entschließt sich Sarah Schill zu einem Selbstexperiment in drei Akten. Weiterlesen